Es gibt eine Vielfalt von Fehlstellungen der kleinen Zehen, die erhebliche Beschwerden verursachen: Hammerzehe, Krallenzehe, Malletzehe, Lockenzehe, Reiterzehe usw. Über die verschiedenen Formen der Zehenfehlstellungen und deren Behandlungsmöglichkeiten durch minimalinvasive Techniken der Fußchirurgie wurde bereits gesondert berichtet.
Ziele der Zehenkorrektur
Was die Funktion betrifft, kann man den Fuß mit der Hand nicht vergleichen. Ebenfalls sind die Zehen in dieser Hinsicht keine Finger. Der Fuß dient dem Stand und dem Laufen. Um dieses beschwerdefrei durchführen zu können, müssen die kleinen Zehen die folgenden Erwartungen auflisten.
- Die keinen zehen (digitus II bis V) sollten gerade sein (keine Achsfehlstellung)
- die Grundgelenke sollten mobil sein (90° Streckfähigkeit)
- die Zehenkuppen sollten den Boden berühren
Andere Funktionen der gesunden Zehe sind hierfür optional: Beweglichkeit der Endgelenke, aktive Streckung und Beugung.
Um die ziele einer gesunden zehe zu erreichen, können Operationen eingesetzt werden.
Prinzipien der minimalinvasiven Kleinzehenkorrektur
Es werden über winzige Schnitte (2 mm lang) sperrende Anteile von Binde- und Stützgewebe (verkürzte Sehnen, Bänder oder Gelenkkapsel) durchtrennt, außerdem werden Durchtrennungen und Umstellungen der kleinen Zehenknochen (med. Osteotomie) durchgeführt. Die Operation wird nicht unter direkter Sicht, sondern röntgengesteuert durchgeführt.
Wie kann man durch Knochenumstellungen die Kleinzehe korrigieren?
Wie wird die Nachbehandlung nach der Zehenkorrektur durchgeführt?
Die kleinen Wunden brauchen nicht genäht zu werden, sondern werden mit kleinen Pflastern verschlossen. An den Zehen werden keine Implantate zur Fixierung benötigt, die verbesserte Stellung wird über einen Tapeverband erreicht.
Der Tapeverband verbleibt für vier Wochen und der gesamte Fuß wird in einem Verbandschuh für vier Wochen ruhiggestellt.
Regelmäßige Befundkontrollen beim weiterbehandelnden Haus- oder Facharzt sind erforderlich, um eine postoperative Infektion ggf. frühzeitig erkennen zu können. Der Zugang zu den Wunden ist zwar durch den Tapeverband versperrt, jedoch können Wundinfektionen trotzdem durch entzündliche Veränderungen der benachbarten Haut oder Wundsekret erkannt werden. Solche Komplikationen sind die Ausnahme.
Der Fuß darf ab dem ersten postoperativen Tag im Verbandschuh voll belastet werden. Zum Beinlängenausgleich wird eine Schuherhöhung am gegenseitigen Fuß getragen.
Eine postoperative Schwellung ist normal und dauert in der Regel ca. zwei Monate. In den ersten zwei Wochen sind Hochlagerung, Kühlung mit Eis und Lymphdrainagen angeraten. Lange Spaziergänge sollten vermieden werden.
Nach vier Wochen wird eine Röntgenkontrolle durchgeführt, um den korrekt verlaufenden Heilungsprozess zu prüfen. Dann können der Tapeverband und der Verbandsschuh entfernt und normale Schuhe getragen werden. Eine komplette Verknöcherung kann erst nach circa drei Monaten festgestellt werden.
Bewegungsübungen der Zehen sollten ab jetzt täglich eigenständig und unter physiotherapeutischer Anleitung durchgeführt werden.
Je nach ausgeübter Tätigkeit kann eine Rückkehr zur Arbeit nach 6-8 Wochen erfolgen.
Vorteile und Nachteile der minimalinvasiven Zehenkorrektur
Die minimalinvasive Kleinzehenkorrektur ist deutlich schonender für die Weichteile. Die geringen chirurgischen Manipulationen am Knochen und in den Gelenken führen zu einer geringeren Gelenksteife. Durch den geringen Weichteilschaden kann man im gleichen Eingriff sowohl Vorfuß- als auch Rückfußfehlstellungen korrigieren. Früher wurden diese in mehreren Sitzungen korrigiert. Heute wird nur eine Narkose durchgeführt und der Patient muss nur eine Ausfallzeit einplanen.
Man kann entgegen der klassisch offenen Techniken eine Vielfalt von Fehlstellungen korrigieren (Korrektur in allen drei Ebenen, einschließlich Zehen-Rotationsfehlstellungen).
Es werden i.d.R. keine Implantate eingesetzt, also entfällt auch ein zweiter Eingriff zur Implantatentfernung. Bei den klassisch offenen Eingriffen wurden Drähte zur Zehenstabilisierung verwendet, diese wurden über der Haut stehen gelassen. Nach der minimalinvasiven Korrektur werden die Zehen nur mit Tapeverband fixiert. Dies bedeutet einen gesteigerten Komfort in der postoperativen Phase.
Debatten
In der Literatur wird über eine erhöhte Rate der Wundheilungsstörungen nach minimalinvasiven im Vergleich zu den klassisch offenen Operationen berichtet. Dies können wir nach unserer Erfahrung nicht bestätigen. Es handelt sich um Verbrennungen an den Eintrittstellen des Fräsenansatzes bei unzureichender Kühlung während der Betätigung und falscher Schnittplatzierung. Dies bedeutet keine sorgfältige Operationstechnik und nicht eine gefährliche Operationsmethode.
Es wurde über verbliebene Fehlstellungen der Zehen berichtet. Diese treten auf, wenn die Anlage des Tapeverbandes nicht sorgfältig erfolgt. Eine zu frühe Entfernung des Tapeverbandes ist ebenfalls ein Grund dafür. Wir empfehlen den Patienten, in Falle eines Versagens des Tapeverbandes (z.B. bei übermäßiger Feuchtigkeit) oder bei Feststellung einer Fehlstellung der getapeten Zehen eine sofortige Wiedervorstellung. Ein frühzeitiger Tapewechsel kann spätere Unannehmlichkeiten vermeiden.