Nachbehandlung bei Fuß-Operationen

Nachbehandlung bei Fuß-Operationen

Eine korrekte Nachbehandlung nach Fuß-Operationen ist essenziell für ein gutes Ergebnis. Oft fallen dem Patienten Fragen erst nach Entlassung aus der operativen Einrichtung auf. Dieser Beitrag möchte eine komplette Aufklärung über den normalen Heilverlauf, die notwendigen Behandlungsmaßnahmen  und der möglichen Komplikationen  darstellen.

Schmerztherapie

Die Schmerztherapie ist ein wesentliches Teil der Behandlung nach einer Fuß-Operation. Besonders nach Operationen an den Fußknochen können die Schmerzen vor allem in den ersten 24 Stunden stark sein. Aus diesem Grund wird es in unserer Einrichtung standardmäßig während der Operation ein sog. Fußblock durchgeführt. Das bedeutet, dass alle Fußnerven werden in Narkose durch das Einspritzen eines lang wirkendes Lokalanästhetikums (bis zu 12 h) betäubt. Danach reicht eine Schmerztherapie in Tablettenform. 

Welche Schmerzmittel eignen sich am besten nach Fuß Ops?

Es empfehlen sich 2-3 Schmerzmittel mit verschiedenen Wirkungsmechanismen zu kombinieren. Eine Kombination aus Metamizol (z.B. Novalgin®), ein Antiphlogistikum (z.B. Ibuprofen®) und ein Opiat (z.B. Oxycodon®) einigt sich am besten für diese Operationen.

Ein zu strammer Verband kann heftige Schmerzen nach einer Fuß Op verursachen.

Eine der häufigsten Ursachen für starke Schmerzen nach einer Fuß Op ist eine zu starke Kompression durch den Verband. Wenn die normale Schmerztherapie in Tablettenform nicht hilft, sollte der elastische Verband abgeschnitten werden und wieder lockerer gewickelt. 

Thromboseprophylaxe

Wie lange sind Thrombosespritzen nach einer Fuß Op notwendig?

Operationen am Fuß werden im Bezug auf das postoperative Thromboserisiko in zwei Kategorien geteilt.

  • Operationen mit niedrigem Thromboserisiko: ohne Ruhigstellung des oberen Sprunggelenkes, Vollbelastung
  • Operationen mit hohem Thromboserisiko: Ruhigstellung in Walker oder Gips, Entlastung

Wenn in der 1. Kategorie eine Thromboseprophylaxe (ugs. Thrombosespritzen) nur für 2-3 Tage notwendig ist, wird diese in der 2. Kategorie bis zur Beendigung der Ruhigstellung und dem Erreichen der Vollbelastung (ca. 8-12 Wochen).

Wundversorgung nach einer Fuß Op

Verbandswechsel

Wenn an anderen Körperteilen (z.B. Bauch oder Gesicht) die Wunden innerhalb den ersten 2-3 Tagen trocken werden, dauert die Blutung der Wunden am Fuß häufig viel länger. Aus diesem Grund empfiehlt sich in der ersten postoperativen Woche die Anlage eines saugfähigen Kompressionsverband. Kompressen nehmen das Blut und das Wundsekret auf und eine Kompression wird durch Wicklung mit elastischen Binden oder kompressivem Mullschlauch.

Wenn der durchnässte Verband lange in Kontakt mit der Wunde ist, werden die Wundränder mazeriert.  Der Verband soll demzufolge dann gewechselt werden, sobald er die Flüssigkeit nicht mehr aufnehmen kann.

Standardmäßig wechseln wir den Verband am nächsten morgen nach der Operation, danach alle 2 Tage für eine Woche. Ab der 2. Woche ist normalerweise die Wunde trocken genug, um lediglich mit einem Wundplaster versorgt zu werden.

Bei welchem Arzt soll ich mich vorstellen?

Wundkontrollen kann jeder Arzt durchführen. Dabei werden der Verband gewechselt und der Heilverlauf beobachtet, um Komplikationen rechtzeitig zu entdecken.

Entfernung des Nahtmaterials (Fadenentfernung)

In unserer Klinik verwenden wir für die meisten Wunden am Fuß resorbierbares Nahtmaterial. Das bedeutet die Wundränder werden mit tiefen Nähten zusammengefügt und an der Hautoberfläche werden Pflasterstreifen (SteriStrips®) beklebt. 

Im Vergleich zum Wundverschluss mit nicht resorbierbarem Nahtmaterial, bietet der Wundverschluss mit SteriStrips® die folgenden Vorteile:

Wundverschluß mit SteriStrips
Wundverschluss mit SteriStrips.
  • ästhetischer (fehlen die Narben an den Einstichstellen)
  • weniger Wundheilungsstörungen (keine Manipulation der Wundränder währen des Nähens)
  • kein verbleibendes Nahtmaterial (während der Entfernung des nicht resorbierbaren Nahtmaterials reißen oft die Fäden und die verbleibende Fadenstücke führen zu Entzündungen – med. Fadengranulom)
  • keine unangenehme Fadenentfernung notwendig

Wenn die Wunden am Fuß doch mit entfernungsbedürftigem Fadenmaterial verschlossen werden, werden die Nähte nach ca. 12-14 Tagen entfernt.

Tapeverband

Nach minimalinvasiven Fuß-Operationen werden die Zehen mit einem Tapeverband fixiert. Dieser dient der Ruhigstellung der intraoperativen Zehenstellung und darf vor dem angeordneten Termin nicht entfernt werden, sonst riskiert man den Verlust des Operationsergebnisses.

Tapeverband nach minimalinvasiver Zehenkorrektur
Tapeverband nach minimalinvasiver Hammerzehenkorrektur,

Bei übermäßiger Anschwellung der Zehe kann der Tapeverband die Zehen einschnüren. Bei Ablösung der Tapes können sich die durchtrennten Knochen verschieben und die Zehenstellung verändern. Verlängerte Wundsekretion deuten entweder auf einen Wundinfekt oder auf einen zu strammen Verband. In allen diesen Fällen ist eine Wiedervorstellung beim Operateur notwendig, um den Tapeverband mit einem lockereren zu wechseln. 

Wundkomplikationen

Wundkontrollen sind notwendig, um Komplikationen rechtzeitig zu entdecken und frühzeitig reagieren zu können. 

Nur wer nicht operiert, hat keine Komplikationen...

Zu diesen Komplikationen zählen Spannungsblasen, Wunddehiszenz (Platzwunde), Nachblutungen,  Hämatome, Wundheilungsstörungen und Wundinfekte (bakterielle Entzündungen). Dieses Thema wurde gesondert ausführlich detailiert.

Schwellungen

Nach Fuß- und Sprunggelenk-Operationen gehört die Schwellung zur normalen Heilung. Bei vorbestehenden Nebenerkrankungen, wie z.B. Herzinsuffizienz, Krampfadernleiden, Nieren- oder Lebererkrankungen, oder kann diese Schwellung ausgeprägt sein.

Wie lange dauert eine Schwellung nach einer Fuß-Op?

Eine Schwellung nach Fuß- und Sprunggelenk-Operationen gehört zur normalen Heilung. Bei vorbestehenden Nebenerkrankungen, wie z.B. Herzinsuffizienz, Krampfadernleiden, Nieren- oder Lebererkrankungen, oder kann diese Schwellung ausgeprägt sein.

Eine anhaltende Schwellung kann auch das Zeichen einer Komplikation sein (z.B. Infektion oder nicht Verheilung des Knochens). Aus diesem Grund sollte der behandelnde Arzt immer eine Schwellung als normal bezeichnen.

Abhängig davon welche Operation durchgeführt wurden, kann eine Schwellung bis zu 3 Monaten bestehen. Nach komplexen Rückfußkorrekturen kann diese sogar bis 6 Monaten verbleiben.

Was kann ich selbst gegen das Wasser im Fuß tun? Wie kriege ich die Schwellung weg? Was tun wenn eine Schwellung nach Fuß Op nicht zurück geht?

Mittel gegen die Schwellung nach Fuß Op

  • Hochlagerung
  • Kühlung
  • Kompressionstrümpfe
  • Lymphdrainage

Die Hochlagerung ist die einfachste Methode zur Abschwellung. Im Liegen empfiehlt sich eine Lagerung des Beines auf einem dicken Kissen. Als Faustregel gilt eine Höhe oberhalb des Herzensniveau. Durch die Aktivierung der Muskulatur ist das Laufen ebenfalls produktiv. Das Sitzen ist in Gegenteil durch das Abknicken der Venen durch die abgeknickte Knie- und Hüftgelenk, sowie die Aktion der Schwerkraft schwellungsneigend.

Lange Spaziergänge sind in der ersten postoperativen Phase kontraproduktiv.

Kühlung mit Eis hilft sowohl gegen Schmerzen, als auch gegen die Schwellung. Der Eisbeutel oder der Kühlpack werden nicht direkt auf der Haut angelegt, weil in diesem Art können Erfrierungen entstehen. Diese werden in einem dünnen Tuch gepackt angewendet. Man sollte nicht länger als 30 min in einer Sitzung kühlen.

Das Tragen eines Kompressionsstrumpfes ist vor allem bei Patienten mit vorbestehenden Nebenerkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Krampfadern empfohlen. Je nach Schwellungsausmaß werden serienmäßige Kompressionsstrümpfe oder welche nach Maß. In den meisten Fällen reichen Strümpfe bis unterhalb des Knies aus. Patienten mit Becken- oder Oberschenkelthrombosen in der Vorgeschichte benötigen oberschenkel-hohe Kompressionsstrümpfe.

Nach Hallux valgus Operationen sollen spezielle Kompressionsstrümpfe getragen werden, welche über ein spezielles Fach für die Großzehe verfügen. In diesem Art wird verhindert, dass die frisch operierte und gerade gestellte Großzehe wieder nach außen verschoben wird.

Die Lymphdrainage ist eine physiotherapeutische Therapiemaßnahme, dadurch das Wasser aus dem Bein massiert wird. Diese ist in Kombination mit dem Tragen von Kompressionsstrümpfe empfohlen.

Wie man eine Lymphdrainage selber machen kann finden Sie im folgenden Video.

Bluterguss (Hämatom)

" Alle meine Zehen sind nach der Fuß-Operation blau geworden. Ist das normal?"

Bei korrigierenden Fuß-Operationen werden Fußknochen durchtrennt, die Weichteile werden vom Knochen abgelöst. Diese Maßnahmen führen zur Blutung. Nicht alle Blutungsquellen können während der Operation gestillt werden; z.B. die Blutung aus dem Knochen. Durch die Anlage eines elastischen Verbandes hört die Blutung in kurzer Zeit nach der Operation auf.

Dieses Blut sammelt sich in den Weichteilen und äußert sich optisch als blaue Hautverfärbung (Bluterguss, med. Hämatom). Der Bluterguss wandert in Richtung der Schwerkraft. Das bedeutet, dass Hämatome von Operationen am Sprunggelenk sich bis in die Zehen verbreiten können.

Postopratives Hämatom nach einer Fuß-Op
Normales postoperatives Hämatom 7 Tage nach einer Koalition-Resektion. Auch wenn die Operation im Bereich des unteren Sprunggelenks innenseitig durchgeführt wurde, verteilte sich das Hämatom sowohl nach außen, als auch den Unterschenkel entlang nach oben.

Der Bluterguss ist eine normale Phase der Heilung. Er verbindet das durchtrennte Gewebe und die darin beinhalteten Entzündungszellen steuern die Heilung. 

Im normalen Verlauf ändert sich die Farbe des Hämatoms von lila-blau zu grün, dann gelb und dann verschwindet.

Ausgeprägte Blutergüsse können gefährlich sein. Die können zu Wundheilungsstörungen und Infektionen führen. In solchen Fällen müssen die operativ entfernt werden.

In seltenen Fällen kann eine Schlagader am Fuß verletzt werden. Wenn diese Blutung während der Operation nicht entdeckt wird, kann sich ein ausgeprägtes Hämatom bilden. Das gleiche kann bei Einnahme von blutverdünnenden Mitteln passieren.

Die erhöhte Spannung unterhalb der Wunde kann zur Platzwunde oder zur Unterbrechung der Blutversorgung im Bereich der Hautränder mit darauffolgender Wundheilungsstörung führen.

Narbenpflege

Eine sorgfältige Narbenpflege sichert ein ästhetisches Ergebnis und eine gute Funktion.

Nach Abschluss der Wundheilung (ca. 12-14 Tage) soll die Narbe mit banaler Feuchtigkeitscreme gepflegt werden. Dies kann am Anfang zwei mal täglich erfolgen. Während des Auftragens soll eine Narbenmobilisation und Fußmassage erfolgen. Dadurch werden Verklebungen gelöst, der Lymphfluss und die Gelenkbeweglichkeit verbessert und die Durchblutung gefördert.

Ein ausführlicher Beitrag über die Narbenbehandlung in der Ergotherapie.

Waltraud Knaus

Duschen, Baden und körperliche Hygiene

In der ersten Woche nach einer Fuß-Operation ist die Wunde noch nicht trocken, sodass ein saugfähiger Verband notwendig ist. In dieser Zeit soll der Verband vor Feuchtigkeit geschützt werden. Beim Duschen kann der Verband in einem wasserundurchlässigen Sack geschützt werden.

Wenn die Wunde bereits trocken ist und mit Pflaster versorgt ist, kann man eine Duschfolie verwenden. Diese kann von der Apotheke erworben werden. Alternativ ist das duschen erlaubt, ohne den Wasserstrahl auf den Verband direkt auf das Pflaster zu orientieren, danach das Pflaster direkt zu wechseln.

Wenn die Belastung nicht erlaubt ist, besteht das Gefahr dass man beim duschen ausrutscht und versehentlich auf den Fuß auftritt. In solchen Fällen zeigt sich ein Duschhocker sehr hilfreich.

Das Baden ist erst nach abgeschlossener Wundheilung erlaubt. Wenn man auf das Baden besteht, kann man den operierten Fuß über die Badewannekante draußen lassen.

Wenn ein Tapeverband angelegt wurde, muss Feuchtigkeit für seine Liegedauer vermieden werden. Zur Reinigung zwischen den Zehen haben feuchte Ohrstäbchen bewiesen.

Duschen mit angelegtem Tapeverband

Mobilisierung

Das Laufenlernen und die Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit sind wichtige Aufgaben der postoperativen Phase. Eine frühe Mobilisierung ist extrem heilungsfördern. Durch die Aktivierung der Muskulatur wird die Schwellung reduziert, die Verschmelzung der Muskulatur (med. Atrophie) wird vermieden. Zusätzlich werden durch die Muskelaktivität die Durchblutung im Fuß gefördert und die Heilung der Weichteile und des Knochens beschleunigt. 

Belastung und Bewegung

Wann kann ich nach einer Fuß Op wieder laufen? Wann darf ich wieder auftreten? Wann darf ich den Fuß belasten?

Man kann diese Fragen nicht pauschal beantworten. Dies hängt davon ab was bei der Operation gemacht wurde. Dieses Beitrag dient lediglich zur Aufklärung und soll nicht als Behandlungskonzept angesetzt werden. Die Verfolgung der Anordnungen des operierenden Arztes sind verpflichtend.

Operationen mit Osteotomien an den Fußknochen

Wenn Knochendurchtrennungen (med. Osteotomien) durchgeführt wurden, können Gelenke durchbewegt nur wenn der Knochen stabil fixiert wurde. Wenn die Fixierung nicht genug stabil ist, empfiehlt sich das Abwarten der knöchernen Heilung bis die Gelenkmobilisierung durchgeführt werden kann. Dies ist ähnlich zu der Behandlung der Knochenbrüche ohne Operation (med. konservative Frakturbehandlung). Ein gutes Beispiel für solche Situation ist nach minimalinvasiven Fuß-Operationen, wenn man die Zehen ohne Schrauben, nur mit Tapeverband fixiert.

Ob eine Belastung nach diesen Operationen erfolgen kann, hängt davon ab welcher Knochen durchtrennt wurde. So kann man nach der Osteotomie der Mittelfußknochen 2-5 in einem Verbandsschuh direkt nach der Operation voll auftreten und nach Fersenbeinosteotomien erst nach 6-12 Wochen. Die Fixierungsmethode spielt auch eine wichtige Rolle in der Belastbarkeit. Der beste Beispiel dafür ist die Hallux valgus Korrektur durch Lapidus-Arthrodese. Bei Verwendung einer plantaren Platte kann die volle Belastung unmittelbar postoperativ erfolgen unn bei Schrauben-Osteosynthese erst nach 6 Wochen.

Weichteiloperationen am Fuß

Bei einfachen Weichteiloperationen wie Überbeinentfernungen, Exostosenabtragungen oder Sehnendurchtrenungen ist i.d.R. eine sofortige Bewegung und Belastung erlaubt. Bei rekonstruktiven Operationen wie z.B. Sehnenversetzungen oder Zehentrennungen bei Syndaktylie ist eine Einheilung des Gewebes erforderlich bevor die Freigabe der Beweglichkeit erfolgen kann. Die Belastung ist i.d.R. erlaubt.

Physiotherapie

Wie bereits erwähnt, ist die Physiotherapie (Krankengymnastik) sehr wichtig für ein gutes Ergebnis nach Fuß-Operationen. 

Welche Übungen werden nach einer Fuß Op durchgeführt?

Unter Anleitung des Physiotherapeuten lernt der Patient das Laufen mit oder ohne Belastung (Gehschule), lernt wie die Hilfsmittel korrekt benutzt werden. Es werden passive Bewegungsübungen, Massage, Lymphdrainage und Krafttraining durchgeführt. Mittels verschiedener physikalische Maßnahmen wird die Genesung beschleunigt. 

Ist die Physiotherapie nach Fuß Ops immer notwendig?

Bei fast allen Operationen am Fuß und Sprunggelenk sind krankengymnastische Anwendungen früher oder später erforderlich. Oft wird fälschlicherweise von vielen Patienten erwartet, dass die komplette Rehabilitation in der Physiotherapie-Praxis oder in einer Rehaklinik erfolgt. Man muss aber hinweisen, dass die Vorstellung beim Physiotherapeuten v.A. in was Bewegungsübungen und das Krafttraining betrifft, nur als Anleitung dient. Die eigentliche Rehabilitation erfolgt täglich eigenständig zuhause, durch das Ausführen der gelernten Techniken.

Wie stellt man die korrekte Länge der Gehstützen ein?

Die Gehstützenlänge sind korrekt eingestellt, wenn im Stehen mit den Gehstützen auf dem Boden die Ellenbögen leicht angewinkelt sind.

Wie steht man mit Krücken auf? Wie setzt man sich mit Unterarmgehstützen hin?

Wie läuft man korrekt mit den Gehstützen?

Die korrekte Anwendung der Gehstützen bedarf der Anleitung eines Physiotherapeuten. Je nachdem wie man den Fuß belasten darf, unterscheidet man die folgenden Belastungsarten: Entlastung, Abrollbelastung, Teilbelastung und Vollbelastung.

Das Laufen mit Vollbelastung erfolgt durch den 4-Punkt-Gang (Kreuzgang). Bei allen anderen Belastungsarten läuft man mit 3-Punkt-Gang.

Wie kann man mit Krücken Treppen steigen?

Schuhe nach Fuß Op

Der Fuß wird nach den meisten Fuß-Operationen mit einem speziellen Schuh versorgt. Die Industrie bietet solche Schuhe in verschiedenen Ausführungen. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Der Verbandsschuh

Wie bereits erwähnt, wird am Fuß direkt nach Operationen mit einem dicken Verband versorgt. Der Verbandsschuh verfügt über ein Schließmechanismus mit Klettverschluss. Dadurch kann der Schuhumfang angepasst werden.

Verbandsschuh Darco

Die Schuhsohle ist versteift und dadurch wirkt für die Fußgelenke ruhigstellend. Um das Abrollen zu ermöglichen ist die Sohle schaukelförmig.

Manche Verbandsschuhe verfügen über ein wechselbares Innenleben, welches gewaschen werden kann. Dies ist hygienisch und erlaubt die Beseitigung der unvermeidbaren Blutflecken. 

Das Innenleben wird durch ein Vakuum- oder Luftkissen-Mechanismus an der Fußform angepasst und dadurch ähnelt eines Gipses.

Oft muss solcher Schuh sowohl tags als auch nachts getragen werden. Manche Schuhmodelle verfügen über eine abnehmbare Sohle, welche aus hygienischen Gründen entfernt werden kann.

Der Walker

Die Walker sind Verbandsstiefel. Diese verfügen über alle Eigenschaften des Verbandsschuhes, jedoch reichen in Länge bis unterhalb des Knies und dadurch stellen auch das Sprunggelenk ruhig. 

Bei Erkrankungen der Achillessehne oder nach Operationen in diesem Bereich ist notwendig, das Sprunggelenk in einer Spitzfußstellung ruhigzustellen. Für solche Situationen bieten die verschiedenen Hersteller Lösungen entweder durch den Einsatz von Fersenkeile verschiedener Dicken oder durch ein verstellbares Mechanismus mit verschiedenen Spitzfußstellungs-Stufen, welche eine graduierte Reduzierung dieser Stellung erlaubt. 

Vacoped Achill

Wie lange sind Thrombosespritzen notwendig nach Fuß-Operationen?

Durch die Aufhebung der Sprunggelenkbeweglichkeit durch den Walker besteht bei Patienten versorgt mit diesem Schuh ein erhöhtes Thrombosegefahr. Hier wird die Fortführung der Thromboseprophylaxe bis zur Entfernung des Walkers und das Erreichen der vollen Belastung empfohlen.

Hilfsmittel

Nach fast jeder Fuß-Op wird ein Hilfsmittel zum Laufen benötigt. Dieses dient zur Unterstützung des operierten und schmerzenden Fußes während des Laufens und falls der Fuß nicht belastet werden darf, sogar zum Ersatz dessen.

Die am häufigsten verwendete Hilfsmittel sind die Unterarmgehstützen. Diese nehmen wenig Platz und erlauben sowohl das Laufen auf normalen Ebene, als auch auf die Treppen. Für Patienten mit nicht belastbarer oberen Extremität (z.B. mit gleichzeitiger Fuß- und Unterarm-/Handverletzungen oder Handrheuma) kommen Achselgehstützen zum Einsatz.

Ältere Patienten leiden oft unter Gleichgewichtstörungen  und kommen relativ schlecht mit den Gehstützen zurecht. Für diese Patienten empfehlt das Laufen mit einem Rollator. Dieser ist stabil, kann gebremst werden, kann in einen temporären Sitz umgewandelt werden und kann mit kleinen Gegenstände geladen werden. Das Treppensteigen ist damit unmöglich.

Patienten, die den Fuß entlasten müssen und verfügen über keine ausreichende körperliche Kraft mit Gehstützen zu laufen, profitieren von einem Rollstuhl. Man benötigt jedoch dafür eine ausreichend räumliche Wohnung und eine gewisse Breite der Türe. Ein Aufzug ist notwendig, um von höheren Etagen nach draußen zu fahren.

Sportliche und aktive Patienten finden es sehr unangenehm während der Entlastungsphase an Unterarmgehstützen zu laufen. Für diese wurden spezielle Roller entwickelt. 

Rückkehr zum Sport

Erst wenn der Knochen und die Weichteilstrukturen verheilt sind, kann man sportliche Tätigkeiten, die die untere Extremitäten involvieren, wiederaufnehmen. Dieser Zeitpunkt variiert, je nachdem welche Veränderungen unternommen wurden, i.d.R. zwischen 1 – 4 Monate.

Ein vorzeitiger Start kann zu Verletzungen, Entzündungen der nicht komplett geheilten Strukturen und Schmerzen führen. Dies kann die Genesung sogar verlängern.

Für einige Verletzungen/Operationen gibt es objektive, wissenschaftlich untersuchte Messmethoden, dadurch man den optimalen Zeitpunkt für Return-to-competition entscheiden kann.

Wann darf man nach einer Fuß-Op wieder joggen?

Nach einfachen Operationen (z.B. eingewachsener Zehennagel) kann man sogar nach 3-4 Wochen wieder joggen. Nach weichteiligen rekonstruktiven Operationen (z.B. Sehnennaht) kann man nach ca. 8 Wochen wieder schrittweise anfangen. Nach Knöcherne Eingriffe (z.B. Osteotomien, Arthrodesen) ist das Joggen erst nach 3-4 Monaten erlaubt.

Sportliche Patienten sollten während der Genesung Training des Oberkörpers machen. Dies erhöht das Compliance und erleichtert die Genesung.

Entfernung der Implantate

Bei vielen Fuß-Operationen werden Implantate benutzt: Platten, Schrauben, Klammern, Drähte, Anker usw. Oft stellt sich die Frage, ob diese entfernt werden müssen.

Es gibt Implantate die über dem Hautniveau belassen werden (z.B. Drähte oder Fixateure externa). Diese müssen zwischen 3-12 Wochen entfernt werden. Auch manche versenkte Implantate müssen entfernt werden. Hierzu gehören Drähte, weil diese im Körper wandern können.

Bei den allen anderen Implantate ist die Indikation zur Metallentfernung umstritten. Generell gelten für diese Implantate die folgenden Empfehlungen:

  • störende Implantate – werden nach knöcherner Heilung entfernt
  • nicht störende Implantate bei älteren, weniger aktiven Patienten, oder Patienten mit Narkose- oder chirurgischen Risiken werden belassen
  • Implantate bei jüngeren, aktiven Patienten sollten entfernt werden.

Die Implantate können in den ersten 2 Jahren nach Operationen leicht entfernen. Danach sind im Knochen integriert und die Entfernung ist mühsamer und komplikationsreicher. Bei aktiven, sportlichen Patienten besteht immer das Gefahr, dass beim Auftreten eines Knochenbruchs die noch einliegenden Implantate eine optimale Frakturversorgung verhindern. Aus diesem Grund wird in dieser letzten Gruppe eine Metallentfernung nach ca. 1,5 – 2 Jahren empfohlen.

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FUSSCHIRURG
Dr.-medic Manuel Nastai
"Wir Sind sehr glücklich, dass wir Dr. Nastai getroffen haben und von ihm behandelt worden sind. Vom ersten bis zum letzten Tag hat er unser Baby sehr gut behandelt und erfolgreich beendet. Wir vertrauen ihm sehr und sind ihm sehr dankbar. Vielen Lieben Dank Dr. Nastai."
Keklikçi Tugce Ç.
"Ich bin noch ganz frisch operiert, eine Woche. Sehr zufrieden. Schmerzen und Schwellung hoffe ich das die bald verschwunden sind. Hammerzehe (Krallenzehe) adeeee!"
Hilde L.
Komm
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10 Responses

  1. Mit großem Interesse habe ich diese ausgezeichnete Aufkärung über die Zeit nach der Fussop gelesen,
    so ausführlich und gut beschrieben, wahrscheinlich einmalig in Deutschland!

    1. Hallo Frau Updarp,

      herzlichen Dank für den Feedback. Es tut gut zu wissen, dass meine Bemühungen den Patienten helfen…

      Viele Grüße
      Dr.-medic Manuel Nastai

  2. Ich wurde am 15.09.2020 operiert. Fusswurzelarthrose und Sprunggelenk
    , Schrauben und Platten wurden eingesetzt. Bis heute, Juni 2021, habe ich starke Schmerzen und der Fuß ist dick. Nun soll am 12.08. 21 der Fuß operiert werden und d die Schrauben entfernt werden. Ich könnte verzweifeln.

    1. Sehr geehrte Frau Hartkopf,

      herzlichen Dank für Ihr Kommentar. Ich hoffe die Entfernung der Schrauben bringt Ihnen die erhoffte Linderung und wünsche Ihnen alles Gute!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr.-medic Manuel Nastai

  3. Ich wurde am 10.5.21 operiert. Calcaneus Trümmerfraktur Versorgung mit Platten und 9 schrauben. Heute ist der 16.6 21 und die Wunde ist immer noch nass und Wundsekret tritt aus.. ist das ein normaler Verlauf? Oder handelt es sich hier um eine Wundheilungsstörung?

    1. Sehr geehrter Herr Pentalski,

      Ihre Frage kann man nicht Pauschal beantworten. Dafür müsste ich die Wunde gesehen haben. Es ist jedoch relativ lange seit der Operation und in den meisten Fällen sollte die Wunde trocken sein….

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr.-medic Manuel Nastai

  4. Ich wurde vor einer Woche an einer trimalleoläre Sprunggelenksfraktur operiert. Trage nun diesen Vapomed Schuh. Solange ich liege habe ich kaum Schmerzen, sobald ich mit dem Gehbock laufen will und mein Fuß hängt habe ich extrem Schmerzen, ist das nach einer Woche noch normal?

    1. Sehr geehrte Frau Rabitz,
      es ist schwierig zu sagen, ohne Sie untersucht zu haben oder Bilder angeschaut zu haben. “Extreme” Schmerzen sollten Sie eigentlich nicht haben… in empfehle Ihnen sich an Ihrem Operateur vorzustellen.
      Mit freundlichen Grüßen
      M. Nastai

  5. Ich wurde2019 am sprunggelenk operiert. Haben mir platzen und schrauben rein gemacht.Habe bis heute immer noch Schmerzen beim gehen und stehen.Der Fuss ist beim stehen immer steif. Und beim gehen ist es wie ein elektrisches Schlag. Müssen die Platten und schrauben entfernt werden

    1. Sehr geehrte Frau Jentsch,

      danke für die Frage. Man kann diese jedoch pauschal nicht beantworten. Der Grund Ihrer Beschwerden müsste man im rahmen einer klinischen und radiologischen Untersuchung identifizieren. Gerne dürfen Sie sich in unserer Sprechstunde vorstellen. Die Terminvergabe ist online möglich. Ich wünsche Ihnen alles gute.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr.-medic Manuel Nastai

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