Sie leiden unter einem Hallux valgus und haben Schmerzen beim Gehen oder Tragen geschlossener Schuhe? Vielleicht haben Sie schon über eine Operation nachgedacht, sind aber durch Berichte über lange Ausfallzeiten oder unschöne Ergebnisse verunsichert?
Mit der minimalinvasiven Hallux valgus Operation bieten wir Ihnen eine moderne, besonders schonende Methode, um die Fehlstellung dauerhaft zu korrigieren – mit möglichst wenig Belastung für Ihren Körper.
Durch winzige Hautschnitte wird die Großzehe präzise begradigt und der Vorfuß verschmälert – ganz ohne Gelenkeröffnung. Die Technik ermöglicht eine schnelle Heilung, direkte Vollbelastung des Fußes nach der OP und in der Regel den Verzicht auf Krücken oder Entlastungsschuhe.
Dr. med. Manuel Nastai ist auf Eingriffe am Fuß- und Sprunggelenk spezialisiert und führt jährlich rund 200 minimalinvasive Hallux valgus OPs durch. Die Praxis OrthoPedes ist zudem ein zertifiziertes Hospitationszentrum für für minimalinvasive Fußchirurgie – Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland lassen sich hier fortbilden. Sie profitieren also von einem erprobten Verfahren, fundierter Expertise und einem klaren Ziel: Ihre Mobilität und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen nach aktuellem wissenschaftlichen Stand zu Aufklärungszwecken bereitgestellt. Er dient der medizinischen Aufklärung und nicht zur Selbstdiagnose. Er ersetzt keine Vorstellung bei einem Facharzt.
Ein Hallux valgus – umgangssprachlich auch Ballenzeh genannt – ist eine häufige Fehlstellung der Großzehe. Dabei weicht die Zehe sichtbar nach außen ab, während sich der Ballen an der Fußinnenseite vorwölbt. Besonders häufig betroffen sind erwachsene Frauen.
Die Hauptursache ist eine genetische Veranlagung. Auch falsches Schuhwerk, Überlastung oder eine Bindegewebsschwäche können die Entwicklung begünstigen. Da die Fehlstellung durch die anatomische Struktur des Fußes bedingt ist, lässt sie sich durch konservative Maßnahmen nicht dauerhaft korrigieren.
Ein Hallux valgus verursacht nicht nur sichtbare Veränderungen, sondern auch funktionelle Probleme:
Das Großzehengrundgelenk (TMT I) ist bei vielen Betroffenen überbeweglich – eine strukturelle Schwäche, die durch äußere Einflüsse allein nicht behoben werden kann.
Maßnahmen wie
können weder den Verlauf der Fehlstellung beeinflussen noch Beschwerden lindern und sie können das Fortschreiten des Hallux valgus nicht stoppen.
Wenn der Hallux valgus zu Schmerzen oder funktionellen Einschränkungen führt, ist eine operative Korrektur – zum Beispiel in Form einer minimalinvasiven Hallux valgus Operation – die einzige wirksame Lösung.
Verschiedene Hilfsmittel zur konservativen Behandlung eines Hallux valgus: Orthese (links), Silikonzehenspreizer (rechts)
In den meisten Fällen wird eine Hallux valgus Operation dann empfohlen, wenn die Schmerzen durch konservative Maßnahmen (Weichbettungseinlagen, das Tragen von weicher, flacher Schuhen mit weichem Zehenraum) keine ausreichende Besserung bringen. Durch die Reibung am Schuh bilden sich schmerzhafte Druckstellen und Schwielen (Hornhaut) über dem Ballen sowie Fehlstellung der kleinen Zehen (Hammerzehe oder Krallenzehe). Durch die Änderung der Fußstellung entstehen Schmerzen unter den kleinen Zehenballen (Transfermetatarsalgie).
Zu Beginn kann ein Hallux Valgus oft durch konservative Mittel behandelt werden – z. B. durch orthopädische Einlagen, Physiotherapie oder spezielles Schuhwerk. Wenn diese Maßnahmen jedoch keine ausreichende Linderung mehr bringen oder die Fehlstellung weiter zunimmt, sollte eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden.
Ein häufiges Zeichen dafür, dass eine Hallux Valgus Operation sinnvoll ist, sind anhaltende Schmerzen, die das tägliche Leben deutlich beeinträchtigen – sei es beim Gehen, Stehen oder Sport. Auch Druckstellen, Entzündungen und Probleme beim Schuhkauf sprechen für eine OP.
Eine Hallux valgus Operation wird i.d.R. nicht empfohlen bei asymptomatischem Hallux valgus (ohne Schmerzen). Ausnahme sind Patienten mit einer sehr ausgeprägten Fehlstellung, die ohne Korrektur eine Arthrose entwickeln würden.
Je länger eine ausgeprägte Fehlstellung unbehandelt bleibt, desto größer ist das Risiko von Folgeproblemen wie Gelenkverschleiß, Versteifungen oder einer Fehlbelastung anderer Zehen. Eine frühzeitige Hallux Valgus OP kann helfen, diese Entwicklungen zu vermeiden und die Funktion des Fußes langfristig zu erhalten.
Viele verbinden die minimalinvasive Hallux valgus Operation in erster Linie mit kleineren Narben – doch das ist nur ein Teil der Vorteile. Tatsächlich profitieren Patient:innen in mehrfacher Hinsicht von diesem modernen Verfahren:
Im Gegensatz zu konventionellen Verfahren bleibt das Großzehengrundgelenk bei der minimalinvasiven Technik unversehrt. Die Korrektur erfolgt außerhalb des Gelenks, ohne dieses zu eröffnen. Dadurch wird die Beweglichkeit kaum beeinträchtigt – eine postoperative Einschränkung ist selten. Direkt nach der Operation kann der Fuß in der Regel voll belastet und bewegt werden.
Da bei der minimalinvasiven Methode die knochennahen Weichteile weitgehend geschont werden, bleiben wichtige Blutgefäße erhalten. Das fördert eine schnelle und zuverlässige Knochenheilung. Im Vergleich zu offenen Verfahren sind Komplikationen wie Pseudarthrosen deutlich seltener.
Die minimalinvasive Technik verzichtet auf großflächige Hautschnitte und eine Darstellung des Knochens mit chirurgischen Haken. Dadurch kommt es zu deutlich weniger Reizungen des Weichteilgewebes – Wundheilungsstörungen sind selten.
Während bei klassischen Operationen oft mehrere Eingriffe notwendig sind, erlaubt die minimalinvasive Methode die gleichzeitige Korrektur komplexer Vorfußfehlstellungen – z. B. Hallux valgus in Kombination mit Hammerzehen – in nur einer Sitzung. Das spart Narkosezeit und verkürzt die Ausfallzeit.
Dank der schonenden Technik sind Schwellungen und Schmerzen nach der Operation oft geringer. Der Fuß ist schneller belastbar, die Mobilität früher wiederhergestellt. Das bedeutet insgesamt kürzere Ausfallzeiten und eine schnellere Rückkehr in den Alltag.
Die zur Fixierung verwendeten Titanschrauben verbleiben dauerhaft im Knochen, ohne Weichteilgewebe zu reizen. Eine spätere Entfernung ist in der Regel nicht notwendig.
Die Stabilität der osteosynthetischen Versorgung ermöglicht eine sofortige Vollbelastung. Gehstützen oder Vorfußentlastungsschuhe sind nicht zwingend notwendig – können auf Wunsch aber zur Unterstützung mitgegeben werden.
Eine Hallux valgus Operation wird i.d.R. nicht empfohlen bei asymptomatischem Hallux valgus (ohne Schmerzen). Ausnahme sind Patienten mit einer sehr ausgeprägten Fehlstellung, die ohne Korrektur eine Arthrose entwickeln würden.
Oft entsteht ein Hallux valgus im Kindesalter. Aufgrund einer erhöhten Rückkehrrate hier wird empfohlen, die Operation erst nach Wachstumsabschluß durchzuführen.
Am Ende des Beitrags finden Sie Antworten zu den folgenden Fragen:
Das Ziel einer Hallux valgus Operation ist nicht nur die kosmetische Korrektur, sondern vor allem die funktionelle Wiederherstellung eines gesunden und schmerzfreien Fußes. Ein optimales Operationsergebnis umfasst dabei mehrere Aspekte:
Die Großzehe wird so ausgerichtet, dass ein anatomisch sinnvoller Hallux valgus-Winkel von etwa 5 bis 10 Grad entsteht. Eine Überkorrektur ist zu vermeiden, da eine zu gerade Zehenstellung zu Reibung an der Schuhspitze führen kann (sog. Hallux varus).
Durch das Annähern der ersten beiden Mittelfußknochen reduziert sich die prominente Ballenbildung deutlich. Ziel ist ein Intermetatarsalwinkel (IMR I) von unter 10 Grad, was einem schlanken, natürlichen Fuß entspricht.
Bei erfolgreicher Korrektur befinden sich die Sesambeine wieder exakt unter dem ersten Mittelfußköpfchen. Auf dem Röntgenbild lässt sich dies durch eine zentrierte Projektion der Sesambeine erkennen – ein Zeichen für eine funktionell stabile Gelenkstellung.
Ein wesentliches Ziel ist die freie Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks nach der Heilung. Eine normale Streckung von bis zu 90 Grad zur Achse des ersten Mittelfußknochens ist anzustreben. Diese Beweglichkeit lässt sich vor allem mit minimalinvasiven Techniken erreichen – bei offenen Verfahren besteht häufig ein gewisser Grad an Gelenksteife.
Die Länge des ersten Strahls sollte durch die Operation erhalten bleiben. Eine Verkürzung – etwa durch technische Fehler oder bestimmte Verfahren wie die Lapidus-Arthrodese – kann zu einer Überbelastung der benachbarten Mittelfußstrahlen und infolgedessen zu Schmerzen unter den kleinen Zehen führen (Transfermetatarsalgie).
Nach der Korrektur sollten die Zehen in ihrer natürlichen Anordnung nebeneinander liegen und sich frei bewegen lassen. Ein Überkreuzen oder Verdrehen der Zehen beim Abrollen sollte nicht auftreten.
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Es wurden über 100 Methoden zur Hallux valgus Korrektur beschrieben. Hier finden Sie eine kurze Beschreibung der aktuell gängigsten Methoden und deren Indikationen. Wichtig ist zu verstehen, dass der Fußspezialist alle diesen Methoden beherrschen muss, da es keine einzige Methode alle Ausprägungen des Hallux valgus lösen kann.
Man kann sich einfach vorstellen, dass bei dieser riesigen Bandbreite an Operationsmethoden jeder Operateur anders den Hallux valgus behandelt. Um ein Konsensus hier zu etablieren, wurde eine Leitlinie für die operative Behandlung des Hallux valgus veröffentlicht. Hier wird die Entscheidung anhand verschiedener Winkel, die auf dem Röntgenbild gemessen werden.
Bei OrthoPedes wird nicht ausschließlich auf diese Winkelmessung vertraut. Weitere Faktoren wie Rückfußstellung, Gelenkveränderungen oder Instabilitäten fließen in die Entscheidung mit ein.
Durch die Erfahrung aus über 1000 Operationen wurde in der Praxis ein eigener Indikationsalgorithmus entwickelt. Ziel ist es, alle relevanten Fehlstellungen in einem Eingriff zu korrigieren – inklusive Kleinzehen- oder Rückfußdeformitäten.
Bei OrthoPedes wird der Hallux valgus nur bei Erwachsenen operiert. Bei heranwachsenden Kindern ist die Rezidivrate viel zu hoch.
Es werden möglichst alle Fehlstellungen in einer Operation korrigiert. So werden Kleinzehenfehlstellungen adressiert (s. minimalinvasive Kleinzehenkorrektur) und ebenfalls relevante Rückfußdeformitäten.
Alle Hallux valgus-Operationen werden durch Knocheneingriffe korrigiert. Eine alleinige weichteilige Korrektur ist nicht ausreichend, die Großzehe gerade zu halten.
Ein geringer bis mittelgradiger Hallux valgus wird minimalinvasiv korrigiert (minimalinvasive Chevron/Akin-Osteotomie, MICA).
Für den ausgeprägten Ballenzeh sowie bei Instabilität des Wurzelgelenks steht die Lapidus-Arthrodese zur Verfügung.
Eine Schiefstellung der Großzehe ohne Vorwölbung des Ballens (med. Hallux valgus interphalangeus) wird durch eine Akin-Osteotomie korrigiert. Diese Operation wird oft auch in Kombination mit anderen Techniken (mit Chevron-Osteotomie, Lapidus-Arthrodese usw.)
Bei langjähriger Fehlstellung verschleißt das Gelenk. In diesem Fall kann nur die Großzehengrundgelenksversteifung (med. Arthrodese) eine Linderung der Schmerzen bringen.
Als nächstes finden Sie eine kurze Zusammenfassung anderer häufig durchgeführter Methoden zur Hallux valgus Korrektur.
Wir wird das 1. Mittelfußköpfchen durch eine ca. 5 cm lange Inzision „V“-förmig durchtrennt, nach außen verschoben und mit einer Schraube fixiert. Der knöcherne Eingriff wird von einem Weichteileingriff begleitet. Hier werden die Kapsel und eine Sehne auf der Großzehenaußenseite durchtrennt und die innenseitige Kapsel wird raffend genäht.
Eine offene Chevron-Osteotomie ist bei geringgradigem bis moderatem Hallux valgus indiziert. Eine Instabilität des Wurzelgelenks oder ein sehr schmaler Mittelfußknochen sind relative Kontraindikationen.
Wie bei allen offenen Eingriffen verbleibt nach diesem Eingriff eine gewisse Bewegungseinschränkung der Großzehengrundgelenkes. Auch der relativ geringe Korrekturpotenzial ist ein Nachteil der Methode.
Diese Technik ist bei geringgradigem bis moderatem Hallux valgus mit einer schiefen Gelenkfläche (pathologischer DMAA) indiziert. Hier wird der Mittelfußknochen, ähnlich wie beim offenen Chevron, zehennah durchtrennt. Zusätzlich wird ein der Osteotomieschenkeln keilförmig gesägt. Das Köpfchen wird nach außen vorschoben und verdreht, sodass die Gelenkfläche senkrecht auf der Längsachse der Mittelfußknochens gerichtet wird.
Hier wird der Mittelfußknochen langstreckig „Z“-förmig durchtrennt, das Köpfchen mit dem hälftigen Schaft wird nach außen verschoben und mittels zwei Schrauben fixiert. Diese Methode erlaubt die Korrektur einer ausgeprägteren Fehlstellung, ist jedoch auch viel aufwändiger als die Vorherigen. Nachteile sind der relativ ausgedehnte offene Eingriff (ca. 8 cm Schnitt), eine deutlich höhere intraoperative Komplikationsrate (Frakturen, Schraubenfehlplatzierung, Pseudarthrose usw.) und wie bei allen offenen Eingriffen eine gewisse postoperative Gelenksteife.
Bei ausgeprägten Fehlstellungen mit einer ausgeprägten Abspreizung des 1. Strahls (erhöhter TMT I Winkel) wird der Mittelfußknochen würzelnah keilförmig durchtrennt. Nach der Keilentfernung wird der Mittelfußknochen nach außen geschwenkt und mit Platte und schrauben fixiert.
Eine ähnliche Methode ist die additive basisnahe Metatarsale Osteotomie. Hier wird der Knochen gerade würzelnah durchtrennt und durch die Schwenkung der Mittelfußknochens nach außen entsteht ein dreieckiger Spalt. Die Fixierung erfolgt mittels einer Platte mit einem Zapfen im Bereich des Spaltes.
In Theorie würden diese Methoden ausgeprägte Hallux valgus Fehlstellungen korrigieren können und das Wurzelgelenk intakt belassen. Laut unserer Erfahrung bringe die viele Probleme mit sich: hohe Rückkehrrate, hohe Knochenheilungsstörungsrate (med. Pseudarthrose), Schmerzen über der Platte mit anschließender Notwendigkeit der Plattenentfernung. Die Reoperationsrate nach dieser Methode ist sehr hoch, aus diesem Grund wird diese Methode in unserer Einrichtung nicht durchgeführt.
Die Besonderheit dieser Methode besteht in der innovativen Fixierung. Praktisch wird der Mittelfußknochen, wie bei der minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie durch einen kleinen Schnitt außerhalb des Gelenkes durchtrennt und nach außen verschoben. Ein Draht wird in die Großzehe außerhalb und entlang des Knochens eingebracht und in den Schaft vorgeschoben.
Der Draht wird über der Haut nach außen belassen und nach dem Erreichen einer gewissen Festigkeit (ca. 6 Wochen) entfernt. Die Entfernung ist nicht schmerzhaft und kann ohne Narkose erfolgen.
Vorteile sind die Durchtrennung des Knochens außerhalb des Gelenks und dadurch Vermeidung der Gelenksteife sowie die Vermeidung verbleibender Implantate. Als Nachteil ist das frei bleibende Drahtende. Dies kann unangenehm empfunden werden und theoretisch besteht eine gewisse Gefahr für Infektionen.
Die Fixierungsmethode ist auch hier die Besonderheit. Die Osteotomie erfolgt auch durch eine kleine Inzision außerhalb des Gelenks. Nach der Verschiebung wird die Korrektur mit einem intramedullären Implantat fixiert. Dieses besteht aus einer Komponente, die sich im Schaft aufspreizt und eine Komponente, die am Köpfchen angeschraubt wird. [mehr über die Stoffella Methode]
Vorteile sind auch hier die extraartikuläre Osteotomie mit einer reduzierten postoperativen Gelenksteife sowie eine einzige kleine Inzision. Nach der Korrektur verbleibt eine knöcherne Stufe auf Höhe der Osteotomiestelle. Diese knöcherne Kante kann man nur in einem sehr geringen Ausmaß abtragen, ohne die Stabilität zu gefährden. An anderer Nachteil ist der relativ große Implantat, sowie die Position des verschraubten Komponente auf der Innenseite des Köpfchens und dadurch genau zwischen Ballen und Schuh. Nicht selten muss das Implantat aus diesem Grund in einer zweiten Operation entfernt werden.
Die minimalinvasive Chevron/Akin-Osteotomie ist eine bewährte und schonende Methode – jedoch nicht in allen Fällen anwendbar. Bestimmte anatomische Voraussetzungen oder Begleitveränderungen erfordern alternative Operationstechniken. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Situationen, in denen von einer minimalinvasiven Methode abgeraten wird:
Ist die Fehlstellung bereits sehr weit fortgeschritten, reicht eine Korrektur im Bereich des Mittelfußköpfchens nicht mehr aus. In solchen Fällen empfiehlt sich eine wurzelnahe Korrektur, beispielsweise mittels Lapidus-Arthrodese. Neben dem Intermetatarsalwinkel (IMR I) spielt dabei auch die Breite des Mittelfußknochens eine entscheidende Rolle.
Demonstration der klinischen Untersuchung bei Hallux valgus mit horizontaler Instabilität des TMT I-Gelenkes
Eine ausgeprägte Überbeweglichkeit im Großzehenwurzelgelenk (TMT I) ist eine relative Kontraindikation für das minimalinvasive Vorgehen. Hier ist eine Stabilisierung durch eine Lapidus-Arthrodese notwendig. Bei leichter Instabilität kann dennoch eine Korrektur durch MICA erfolgen – die Verschiebung stabilisiert dabei das Gelenk indirekt.
Ist die Gelenkfläche des Mittelfußknochens nach außen geneigt, reicht eine reine Verschiebung nicht aus. Hier ist zusätzlich eine Kippung nach innen notwendig, die besser offen – etwa durch eine Reverdin-Green-Osteotomie – durchgeführt wird. Geringe Abweichungen können zwar auch minimalinvasiv korrigiert werden, das ist jedoch technisch deutlich anspruchsvoller.
Bestehen die Beschwerden nicht durch die Fehlstellung, sondern durch Knorpelverschleiß (Arthrose), ist eine rein achskorrigierende Operation nicht zielführend. In diesen Fällen ist entweder eine Verkürzung durch Youngswick-Osteotomie oder eine Gelenkversteifung (Arthrodese ) angezeigt, um eine nachhaltige Schmerzlinderung zu erreichen.
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Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei der minimalinvasiven Hallux valgus Operation bestimmte Konstellationen, in denen die Durchführung nicht oder nur mit Einschränkungen möglich ist. Man unterscheidet zwischen absoluten und relativen Kontraindikationen.
In folgenden Situationen darf die Operation nicht durchgeführt werden:
Wunden oder Entzündungen stellen ein erhebliches Risiko für Infektionen dar. Selbst kleine Hautläsionen – etwa nach einer Rasur – können ausreichen, um das Infektionsrisiko während der Operation deutlich zu erhöhen. Deshalb darf eine Rasur nur unmittelbar vor dem Eingriff mit einem elektrischen Rasierer durch medizinisches Fachpersonal erfolgen.
Bei eingeschränkter Durchblutung (z. B. periphere arterielle Verschlusskrankheit) ist die Wundheilung stark gefährdet. Komplikationen wie Infektionen bis hin zur Amputation können die Folge sein. Vor der Operation erfolgt daher eine umfassende Durchblutungskontrolle – ggf. auch per Doppler-Ultraschall oder Arm-Bein-Index-Bestimmung. Bei auffälligen Befunden erfolgt eine vorherige Abklärung und ggf. Behandlung durch Gefäßspezialist:innen.
Schwerwiegende Erkrankungen des Herz-Kreislauf- oder Atmungssystems können eine Vollnarkose zu riskant machen. In solchen Fällen wird individuell geprüft, ob alternativ eine Regionalanästhesie (z. B. Fußblock) möglich ist.
Hierbei handelt es sich um Situationen, in denen die Operation grundsätzlich möglich ist, aber mit besonderer Vorsicht und gegebenenfalls angepasstem Vorgehen.
Ein hoher Blutzuckerwert (HbA1c > 7,5 %) erhöht das Risiko für Wundheilungsstörungen und Infektionen. Ziel ist eine möglichst stabile Blutzuckereinstellung vor dem Eingriff. In bestimmten Fällen ist auch bei höheren Werten eine OP möglich – dies wird individuell abgewogen.
Bei bettlägerigen Patient:innen ohne Belastungssituation (z. B. Tragen von Schuhen) bringt eine Operation meist keinen funktionellen Vorteil und wird daher vermieden.
Patient:innen mit Nervenschädigungen im Fuß (z. B. durch Diabetes) spüren Druck oder Schmerzen nur eingeschränkt. Das erschwert die Nachbehandlung und erhöht das Risiko für Fehlbelastungen, Knochenbrüche oder Implantatversagen. Hier sind besonders angepasste OP- und Nachsorgekonzepte notwendig.
Einige besondere Situationen werden zusätzlich am Beitragsende abgearbeitet: Blutverdünner, Gerinnungsstörungen, Pflasterallergie, Jodallergie.
Die minimalinvasive Chevron-/Akin-Osteotomie ist ein gewebeschonender Eingriff, der in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden kann. Die technischen Abläufe sind standardisiert und ermöglichen eine exakte Korrektur mit minimaler Belastung für den Körper.
In der Regel erfolgt der Eingriff ambulant. Voraussetzung ist jedoch, dass der Patient innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Operation durch eine Begleitperson betreut werden kann. Gesetzlich Versicherte ohne häusliche Betreuung haben in der Praxis oft keinen Anspruch auf eine stationäre Aufnahme allein aus sozialer Indikation. Eine Anfrage bei der Krankenkasse sollte daher frühzeitig erfolgen. Privatversicherte können den Eingriff in der Regel auch auf Wunsch stationär (z. B. zwei Nächte) durchführen lassen.
In über 95 % der Fälle wird eine Vollnarkose angewendet. Diese bietet für Patient und Operateur den größtmöglichen Komfort. Bei medizinischer Kontraindikation kann auch eine Regionalanästhesie (z. B. Spinalanästhesie oder Fußblock) eingesetzt werden.
Bereits während der Narkose erhalten alle Patient:innen einen sogenannten Fußblock – ein langwirksames Lokalanästhetikum wird gezielt in die Nähe der fünf Fußnerven injiziert. Der Effekt hält bis zu 24 Stunden an und sorgt in den meisten Fällen für vollständige Schmerzfreiheit nach dem Eingriff. Dadurch kann auf Opiate weitgehend verzichtet werden, was das Risiko für Übelkeit und Erbrechen nach der Operation deutlich reduziert.
Alle unsere Patienten bekommen während der Narkose einen Fußblock. Es wird ein langwirkendes Lokalanästhetikum in der Nähe aller 5 Fußnerven verabreicht. Die Wirkung hält bis zu 24h und bietet dem Patienten in den meisten Fällen in dieser zeit eine komplette Beschwerdefreiheit. Aus diesem Grund werden während der Narkose keine oder nur minimale Mengen Opiate (morphin-ähnliche Medikamente) und dadurch werden die damit verbundene postnarkotische Übelkeit und erbrechen vermieden.
Die Kosten für eine minimalinvasive Hallux valgus Operation werden sowohl von gesetzlichen als auch von privaten Krankenkassen vollständig übernommen. Privatversicherte erhalten die Abrechnung auf Basis der üblichen GOÄ-Steigerungssätze, ohne dass ihnen zusätzliche Kosten entstehen.
Im Gegensatz zu offenen Operationsmethoden bleibt bei der minimalinvasiven Technik die Haut weitgehend unversehrt. Über kleine Schnitte von nur 2–5 mm wird mit speziellem Instrumentarium der Knochen durchtrennt, verschoben und fixiert – vollständig unter Röntgenkontrolle. Das Gelenk selbst wird dabei nicht eröffnet, was die Gelenkfunktion schont und das Risiko für Bewegungseinschränkungen minimiert.
Nach der sterilen Desinfektion und Abdeckung mit sterilen Tüchern wird der o.g. Fußblock durchgeführt. Dieser wird am Anfang der Operation durchgeführt, damit der Patient am Operationsende von der vollen Wirkung des Medikamentes profitieren kann.
Es wird eine 0,5-1 cm lange Inzision innenseitig knapp vor dem Ballen durchgeführt. Die Weichteile wird mit einem stumpfen Instrument (Raspatorium) mit Knochen abgelöst. Innenseitig wird an einem späteren Zeitpunkt das nach innen vorwölbende Blatt des Mittelfußschaftes entfernt. Aus diesem Grund werden hier die Weichteile weit abgelöst, um die spätere Entfernung des Fragmentes zu ermöglichen.
Für die Knochendruchtrennung (med. Osteotomie) wird eine spezielle Maschine (Fräse) mit einem dünnen (2 mm dicken) Ansatz verwendet. Dieser wird durch die Wunde knapp unterhalb des Köpfchens in den Knochen eingebracht. Während der Fräsenbetätigung wird die Haut durch einen austretenden Wasserstrahl gekühlt, um Hitzeschäden an der Haut und im Knochen zu vermeiden.
Das Köpfchen des ersten Mittelfußknochens wird am Hals “V”-förmig durchtrennt. Die technische Durchführung dieser Osteotomie erfordert eine hohe Präzision und manuelle Erfahrung im Umgang mit der minimalinvasiven Fräse. Es handelt sich um keinen einfachen Schritt.
Das Gelenk wird dabei nicht eröffnet. So kann eine postoperative Gelenksteife vermieden werden.
Ein Hebelinstrument (Raspatorium) wird durch den kleinen Schnitt in den Mittelfuß-Schaft eingebracht, damit wird das Köpfchen nach außen um fast eine Schaftbreite verschoben.
Der Griff für die Verschiebung ist ebenfalls komplex. Dabei wird die Großzehe am Raspatorium dran gehalten, um eine Kippung des Köpfchens nach außen zu vermeiden. Dadurch entsteht keine Fehlstellung der Gelenkfläche und keine Knochenverkürzung. Vorsicht ist dabei erforderlich, um das Köpfchen nicht zu senken oder erhöhen, sondern eine reine Verschiebung nach außen zu erzeugen.
Das Köpfchen wird soweit wie möglich nach außen verschoben (manchmal fast 100%). Eine Überkorrektur ist praktisch immer ausgeschlossen.
Das Mittelfußköpfchen wird in der korrigierten Position manuell gehalten und mit zwei Schrauben fixiert.
Die gesamte Prozedur wird unter Röntgenkontrolle gesteuert. Damit man die Schraubenlage kontrollieren kann, werden sog. kanülierte Schrauben 3,5 mm verwendet. Das bedeutet, dass Drähte an der gewünschten Stelle platziert werden. Nach Bestätigung der korrekten Lage unter Röntgen wird die Schraubenlänge über den Drähten gemessen. Nun erfolgt das Bohren und die Schraubenplatzierung.
Es kommen zwei parallele Schrauben zur Anwendung. Die werden am Schaft an zwei Stellen im Mittelfußknochen verankert, bevor sie das Köpfchen auffädelt.
In manchen Situationen wölbt sich trotz der Köpfchenverschiebung der Ballen nach innen vor. Hier erfolgt eine sanfte Abtragung der Köpfcheninnenseite mit der Fräse. Die Fräse wird durch den gleichen Schnitt, wie die Osteotomie, eingebracht und unter der Gelenkkapsel eingeführt. Die tastbare Vorwölbung wird Schritt für Schritt geshaved. Der abgetragene Knochenmaterial ist in flüßiger form (ähnlich wie Zahnpasta) und wird aus der Wunde/Gelenk ausgedrückt und ausgespült.
Der Großzeh wird dann mit elastischen Tapestreifen fixiert. Dieser Verband wird für sechs Wochen belassen.
Mehr über den Tapeverband bei Fuß-Operationen.
Eine strukturierte Nachbehandlung ist entscheidend für ein optimales Operationsergebnis. Die Kombination aus sofortiger Belastung und gezielter Mobilisation ermöglicht eine rasche Genesung.
Die kleinen Schnitte werden mit Pflastern verschlossen – eine Fadenentfernung ist nicht notwendig. Der Tapeverband bleibt für etwa sechs Wochen bestehen und stabilisiert die Zehenstellung. Der Fuß wird in einem speziellen Verbandschuh ruhiggestellt.
Bereits ab dem ersten Tag nach der Operation soll das Großzehengrundgelenk aktiv bewegt werden – bis zur individuellen Schmerzgrenze. Ziel ist der Erhalt der vollen Beweglichkeit.
Der Fuß darf im Verbandschuh ab dem ersten postoperativen Tag voll belastet werden. Um einen ausgeglichenen Gang zu gewährleisten, wird auf der Gegenseite eine Schuherhöhung getragen. Der Verbandsschuh wird meist nur 1–2 Wochen benötigt – danach ist normales Gehen auch barfuß oder in Konfektionsschuhen möglich.
Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind wichtig, auch wenn die Wunden durch den Tapeverband verdeckt sind. Hautrötungen oder lokale Reizungen können erste Anzeichen für eine Infektion sein – diese treten jedoch nur selten auf.
Postoperative Schwellungen sind üblich und können bis zu drei Monate, in Einzelfällen bis zu sechs Monate anhalten. Hilfreich sind Hochlagerung, das Vermeiden langer Belastungsphasen, Kühlung mit Eis und ggf. Lymphdrainage.
Nach etwa sechs Wochen erfolgt eine Röntgenuntersuchung zur Beurteilung der knöchernen Heilung. Danach kann der Tapeverband entfernt werden. Bewegungsübungen der Zehen sollten nun gegen Widerstand intensiviert werden – Ziel ist eine vollständige Streckung von 90 Grad im Großzehengrundgelenk.
Mehr über die Nachbehandlung nach Fuß-Operationen.
Die vollständige Genesung nach einer Hallux valgus Operation dauert in der Regel 6 bis 12 Wochen. In dieser Zeit ist es wichtig, den Fuß regelmäßig hochzulagern und Schwellungen durch Kühlung zu lindern. Viele Patienten können nach etwa 2 bis 3 Wochen wieder normales Schuhwerk tragen.
Leichte sportliche Aktivitäten wie Radfahren oder Schwimmen können in der Regel nach 6 Wochen wieder aufgenommen werden. Sportarten mit hoher Belastung für den Vorfuß, etwa Joggen oder Ballsportarten, sollten erst nach 3 bis 4 Monaten erfolgen.
Leichte Schmerzen und Schwellungen sind in den ersten Wochen nach der Operation normal. Sie lassen in den meisten Fällen von selbst nach. Sollten ungewöhnlich starke Beschwerden oder Anzeichen einer Entzündung auftreten, ist eine umgehende ärztliche Kontrolle notwendig.
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In einigen Fällen erfordert die minimalinvasive Hallux valgus Operation eine Anpassung der Technik – etwa bei zusätzlichen Fehlstellungen, Vorerkrankungen oder speziellen Patientenvoraussetzungen.
Diese Fehlstellung ist durch einen ausgeprägten Hallux valgus jedoch mit einem normalen IMR I Winkel. Der Grund ist eine Abweichung nach innen nicht nur des 1. Strahls, sondern auch der kleinen Strahlen.
Das bedeutet, die Strahlen 2-4 verhindern die Verschiebung des Großzehegrundgelenks nach außen. Aus diesem Grund ist ein Hallux valgus et Metatarsus adductus der am schwierigsten operativ zu versorgen.
Es bestehen mehrere Möglichkeiten:
Oft wird eine Hallux valgus Operation bei Patienten mit blutverdünnender Therapie geplant. Der Umgang mit dieser Medikation hängt von der Medikamentenklasse und von der Indikation der Therapie (warum das Medikament eingenommen wird) ab.
Das ASS wird oft ohne klare Indikation („zur Vorbeugung“) eingenommen. In solchen Situationen sollte es man zwei Wochen vor der Operation absetzen. Wenn dieses wegen stattgehabtes Herzinfarkts, koronarer Herzkrankheit, stattgehabtes Schlaganfalls oder einliegendes Stents verschrieben wurde, kann man die Therapie während der Operation fortgeführt werden.
Plavix o.Ä. (sog. Aggregationshemmer) sind sehr stark blutverdünnende Medikamente. Diese sollten präoperativ abgesetzt werden. In manchen Situationen (z.B. nach Stenteinlage) muss diese Therapie nur eine gewisse Zeit durchgeführt werden. Hier empfiehlt sich mit der Operation abzuwarten, bis die Therapie beendet wurde.
Orale Antikoagulanzien (Marcumar, Pradaxa, Xarelto, Lixiana o.Ä.) sollten vor der Operation pausiert und mit niedermollekularem Heparin (ugs. Thrombosespritzen) ersetzt werden.
Patienten mit nachgewiesenen Gerinnungsstörungen wie Hämophilie A oder B, Faktor VII-Mangel, Morbus von Willebrand u.A. sollten eine besondere perioperative Ersatztherapie bekommen. Die meisten Patienten verfügen über einen Pass mit der genauen Bezeichnung der Krankheit sowie mit einer Therapieschema bei geplanten Operationen und bei Notfällen. Diese sollen die Patienten während der Voruntersuchung vorlegen. Wenn keinen Pass vorhanden ist, empfehlen wir eine Vorstellung beim Hämatologen zur Ausstellung eines solchen Passes.
Bei der minimalinvasiven Chevron/Akin-Osteotomie wird ein Tapeverband (Darco Ready Dressment Strips) angelegt. Bei bekannter Pflasterallergie wird zur Testung ein Tapestreifen auf der Unterarmhautgeklebt. Bei Reaktionen muss die OP-Technik geändert werden und die Akin-Osteotomie verschraubt werden.
In unserem Fußzentrum wird standardmäßig eine jodhaltige Lösung zur chirurgischen Desinfektion des OP-Gebietes verwendet. Bei bekannter Jod-Allergie wird ein anderes Desinfektionsmittel verwendet, um Reaktionen zu vermeiden.
Die Implantate müssen nach einer minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie i.d.R nicht entfernt werden.
Wir verwenden zur Knochenfixierung (med. Osteosynthese) bei der minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie zwei 3,5 mm Schrauben (Full threaded canullated Schrew, Fa. Arthrex). Diese werden im Knochen komplett versenkt, demzufolge verursachen keine Weichteilreizung. Der Knochen wird in korrigierter Stellung fest und praktisch haben die Schrauben danach ausgedient.
Unter solchen Bedingungen müssen die Schrauben nicht entfernt werden. Die verbleiben für immer im Knochen versenkt und verursachen keine Probleme.
Bei Überstand der Schraubenköpfe kann eine Reizung der Weichteile entstehen. Eine Schraubenentfernung kann in solchen Ausnahmesituationen notwendig sein. .
Leichte Schmerzen sind nach einer minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie normal. In der Regel ist etwa eine Woche nach der Operation eine Schmerztherapie erforderlich. Schmerzen können auch bei übermäßigem Laufen auftreten und die Reduzierung der täglichen Laufstrecke soll in diesem Fall die Beschwerden limitieren. Ein zu enger Tapeverband kann auch Schmerzen verursachen, v.A. bei vorbestehender Schwellneigung. In diesem Fall müsste der Tapeverband erneuert werden.
Die ersten Zeichen einer Infektion sind Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen um den operierten Gebiet. Auch bei normalem Verlauf entstehen in einem gewissen Ausmaß diese Symptomen und manchmal ist es für den Laien schwierig zu differenzieren, ob es sich um eine normale Wundheilung oder eine Wundkomplikation handelt. Als Faustregel nehmen die Symptomen bei Wundinfektion zu und bei normalem Verlauf ab. Erhöhte Temperatur (>37,5°) oder gar Fieber mit Schüttelfrost sind immer Zeichen für eine Wundinfektion.
Wenn man unsicher ist empfehlen wir unverzüglich die Kontaktaufnahme mit uns zwecks eines sofortigen Kontrolltermins.
In der Regel werden nach etwa einer Woche trocken. Eine Verlängerte Sezernierung danach kann ein Zeichen einer Wundheilungsstörung oder Wundinfektion. Eine Rückmeldung für eine Kontrolluntersuchung ist absolut notwendig.
Eine gewisse Schwellung entsteht immer nach einer Hallux valgus Operation. Wenn der Tapeverband zu stramm angelegt wurde oder bei vorbestehender Schwellneigung (Krampfadern, Herzinsuffizienz oder Nierenprobleme) kann dies übermäßig und schmerzhaft sein.
Die ersten Maßnahmen sind eine Reduzierung des Laufens, Vermeiden des Sitzens und Hochlagerung der Fußes über dem Herzniveau. Wenn das Problem persistiert, bitten wir um Rückmeldung zwecks Tapewechsel.
In solchen Fällen müsste der Tapeverband entfernt und wieder lockerer angelegt werden. In solchen Fällen bitten wir um Rückmeldung (telefonisch, per WhatsApp oder per E-Mail). Sie bekommen unverzüglich einen Termin dafür.
Der Tapeverband dient zur Fixierung des Knochens in der korrigierten Stellung, demzufolge gleicht dieser einer Knochenverschraubung (med. externe Osteosynthese). Dieser muss belassen werden bis der Knochen verheilt ist (6 Wochen). Eine frühzeitige Entfernung kann zur Knochenheilungsstörung (med. Pseudarthrose) oder sekundäre Fehlstellung führen.
In manchen Situationen lösen sich die Tapes (v.A. aufgrund von Feuchtigkeit) ab. Wenn dies vor sechs Wochen passiert, muss der Verband erneut angelegt werden. In solchen Fällen bitten wir um Rückmeldung (telefonisch, per WhatsApp oder per E-Mail). Sie bekommen unverzüglich einen Termin dafür.
Wenn der Tapeverband nass wird, löst er sich ab. Man kann die nicht getapete Haut mit einem nassen Lappen und die Zehenzwischenräume mit feuchtem Ohrstäbchen. Während der sechswöchigen Liegezeit wird der Tapeverband verunreinigt und darunter bildet sich reichlich Hornhaut, jedoch verursacht dies keine Probleme.
Der Tapeverband wird bei der minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie im OP angelegt und wird für sechs Wochen belassen. Dieser wird gewechselt nur wenn er zu eng ist und sich einschnürt bzw. wenn er sich (v.A. aufgrund von Feuchtigkeit) ablöst.
Unsere Schmerztherapie beinhaltet eine Regionalanästhesie während der Narkose. Dadurch werden die Schmerzen in den ersten 12-16 Stunden nach der Operation ausgeschaltet. Direkt nach der Operation wird eine Schmerztherapie in Tablettenform mit zwei Arten Schmerzmittel (Ibuprofen und Novalgin). Bei Patienten mit Medikamentenunverträglichkeiten wird das Schmerzschema individuell angepasst.
Die meisten Patienten nehmen Schmerzmittel in der vorordneten Form etwa 3-7 Tage ein. Danach erfolgt eine eigenständige ausschleichende Reduzierung der Schmerztherapie. Man sollte wie folgt vorgehen: am Anfang sollte man das Novalgin absetzen. Dabei wird die Mittagsdose, dann die Morgendosis und letztlich die Abendsdosis absetzen.
Bei fehlender Schmerzen kann man die Schmerzmedikation komplett absetzen. Eine häufige Frage bezieht sich auf die Notwendigkeit der weiteren Ibuprofen-Einnahme wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung. Diese ist bei normalem Heilverlauf und fehlender Schmerzen nicht notwendig.
Eine Schwellung ist nach jedem operativen Fußeingriff für mehrere Wochen normal. Die meisten Patienten benötigen jedoch keine spezielle Therapie (auch keine Kompressionsstrümpfe) dafür. Patienten mit vorbestehender Schwellneigung (Krampfadern, Herzversagen, Nierenprobleme uws.) werden schon eine Kompressionstherapie benötigen. Hier empfiehlt sich eine optimale Therapie der Grunderkrankung (Wassertabletten, Herzmuskelverstärkungsmedikation bzw. Therapie der Herzrythmusstörungen). Andere abschwellenden Maßnahmen sind eine Hochlagerung, eine manuelle Lymphdrainage oder eine maschinelle Lymphdrainage (z.B. Vadoplex der Fa. Oped).
Leichte Gesellschaftstänze kann man nach etwa 1,5 Monaten anfangen. Intensive Tanzarten, die auch springen beinhalten, kann man erst nach 3-4 Monaten ausüben.
Wenn man seine Arbeit in home office machen kann, kann man sehr schnell wieder arbeiten. Man sollte seine Tätigkeit im Sitzen mit dem Fuß hochgelagert ausüben. Das Sitzem mit hängendem Fuß auf dem Boden ist nicht erlaubt.
Das Großzehengrundgelenk wird beim Ballet-Tanzen erheblich belastet. Der durchtrennte Mittelfußknochen muss sehr gut geheilt sein bevor man dieses Sportart wieder ausüben kann.
Eigenständige passive Bewegungsübungen des Großzehengrundgelenkes kann man und soll man sofort durchführen. Nach etwa 6 Wochen kann man im Stehen Übungen ausführen. Übungen auf Zehenspitzen kann man ab dem 3. Monat anfangen. Ballet-Tänzer|innen werden nach etwa 6 Monaten komplett einsatzfähig sein.
Wenn es sich um ein Sportart ohne Beinkontakt (z.B. Boxen) handelt, kann man nach ca. 3 Monaten mit Joggen und leichtes Training in der Trainingshalle anfangen. Sparring sollte man erst nach 4-6 Monaten machen.
Bei Sportarten mit Beinschlag (z.B. Kickboxing oder Muai thai) sollte man sich noch mehr Zeit nehmen. Joggen und Training des Oberkörpers in der Halle nach etwa 3 Monaten und Kicken nach 6 Monaten. auf dem Boden ist nicht erlaubt.
Wie bereits oben erwähnt, sollte man seinem Fuß die Gelegenheit zu heilen geben. Auch wenn es sich um ein sehr schönendes Operationsverfahren handelt, sollte man seine Gehstrecke für mehrere Wochen deutlich einschränken.
Man kann den Oberkörper direkt nach der Operation trainieren. Joggen kann man nach 12 Wochen langsam anfangen. Fußballtraining kann man langsam nach 12 Wochen anfangen und man ist nach etwa 6 Monaten wieder komplett einsatzfähig. Kampfsportarten mit Beinschlag (z.B. Kockboxing) sollte man nach 4-6 Monaten langsam anfangen. Tanzen kann man nach etwa 3 Monaten anfangen und Ballet-Tanzen ist nach etwa 4-6 Monaten wieder möglich.
Wenn man seine Arbeit in home office machen kann, kann man sehr schnell wieder arbeiten. Man sollte seine Tätigkeit im Sitzen mit dem Fuß hochgelagert ausüben. Das Sitzen mit hängendem Fuß auf dem Boden ist nicht erlaubt.
Die minimalinvasive Chevron/Akin Osteotomie erlaubt eine sehr schnelle Genesung. Man kann direkt nach der Operation voll belasten, benötigt nicht unbedingt spezielle Schuhe oder Gehstützen.
Man soll sich jedoch nach dieser Operation einen Zeitraum organisieren, in dem man sich erholen kann. Man sollte nicht viel laufen, die Chance den Fuß hoch zu lagern haben und sich ausruhen. Man sollte keine Gegenstände tragen müssen (z.B. Einkaufen), keine langen Strecken laufen müssen (z.B. Gassegehen mit dem Hund) und keine anderen Personen pflegen müssen (z.B. Babys oder ältere Personen).
Als Faustregel sollte man in der 1. Woche nach der Operation max. 500 Schritte laufen und man könnte jede Woche mit 500 Schritte steigen.
Die meisten Patienten benutzen die Gehstützen etwa eine Woche. In diesem Zeitraum ist der Fuß noch empfindlich und Patienten finden es angenehm den schützen zu können. Die Nutzung der Gehstützen ist jedoch kein Pflicht. Die Versorgung ist stabil genug, um das gesamte Körpergewicht auszuhalten. Wenn man merkt, dass man sofort nach der Operation laufen kann, kann man diese weg lassen.
Jeder unserer Patienten bekommen nach der minimalinvasiven Hallux valgus Korrektur den Darco Relief Dual Verbandsschuh. Wir bevorzugen diesen dem häufig verwendeten Vorfußentlastungsschuh, da dieser durch die durchgehende Sohle ein physiologischeres Gangbild erlaubt.
Wie bereits erwähnt ist das Tragen eines Verbandsschuhes nicht unbedingt notwendig. Dieses ist in der ersten postoperativen Woche vorteilhaft, da der umfangreiche Verband besser als ein normaler Schuh aufgenommen wird.
Unsere Patienten erhalten vor der Operation einen Verbandsschuh (Darco Relief Dual) und ein paar Unterarm gehstützen. Diese sollen Ihnen in der frühen postoperativen Zeit dienen.
Wie lange muss ich an Krücken nach einer minimalinvasiven Hallux valgus Operation laufen?Das Laufen an Gehstützen ist kein MUSS!
Die Frage, ob man mit Krücken laufen muss, beantwortet man mit NEIN. Die Hallux valgus Operation durch minimalinvasive Chevron/Akin-Osteotomie ist belastungsstabil. Das bedeutet, man kann direkt nach der Operation aufstehen und das gesamte Körpergewicht auf den Fuß verlagern. Leichte, erträgliche Schmerzen am operierten Fuß werden beim Belasten entstehen. Aus diesem Grund bevorzugen die meisten Patienten in den ersten 1-2 postoperativen Wochen die Unterarmgehstützen benutzen.
Muss man nach der minimalinvasiven Hallux valgus Operation einem Vorfußentlastungsschuh laufen?
Der korrigierte Knochen wird stabil verschraubt und die Wunden werden durch einen dicken Verband geschützt. Aus diesem Grund wird praktisch keinen speziellen Schuh zum Schutz oder zur Ruhigstellung benötigt. Theoretisch dürfte man direkt nach der Operation mit einem offenen Schuh (z.B. Schlappen) oder barfuß auf dem Verband laufen. Praktisch passt der umfangsreiche Verband in keinem Schuh. Aus diesem Grund bekommt jede/r unserer Patienten/innen einen Verbandsschuh, der über einem Klettverschluss verfügt. Sobald die Wunden trocken sind (ca. 1 Woche nach der Operation), kann man einen normalen Schuh anziehen.
Die minimalinvasive Chevron/Akin Osteotomie erlaubt eine volle Belastung direkt nach der Operation. Direkt nach der Narkose kann man aufstehen und den Fuß komplett belasten.
Die Zehen können nach einer minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie direkt nach dem Aufwachen von der Narkose bewegt werden. Die eigenständigen Bewegungsübungen des Großzehengrundgelenks sind sogar täglich nach der Operation empfohlen. Dadurch werden die Beweglichkeit des Gelenkes erhalten und eine postoperative Steife vermieden. Zusätzlich helfen sowohl die aktiven als auch die passiven Bewegungsübungen gegen Schwellungen und fördern die Knochenheilung.
Die Großzehe wird an der Basis angefasst und bis zur Schmerzgrenze nach oben und nach unten durchbewegt. Es empfiehlt sich solche Bewegungsübungen 3-4 mal täglich durchzuführen.
Bei unserer minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie werden 4 kleine Schnitte ( weniger als 1 cm) durchgeführt, welche nicht genäht, sondern geklebt werden. Dafür werden spezielle sterile Streifen (SteriStrips) verwendet. Diese können nach ca. 2 Wochen vom Patienten selbst entfernt werden. Manchmal sind diese SteriStrips unter dem Tapeverband versteckt. In diesem Fall werden die SteriStrips zusammen mit dem Tapeverband (nach 6 Wochen) entfernt.
Wir führen bei der minimalinvasiven Chevron/Akin-Osteotomie zwei Osteotomien (Knochendurchtrennungen): am ersten Mittelfußknochen (Chevron) und am Großzehengrundglied (Akin). In unserer operativen Einrichtung werden die Osteotomien mit 3x 4,0 mm Vollgewindeschrauben aus Titanmit abgeschrägtem Kopf (en. beveled Full threaded screw) der Firma Arthrex fixiert.
Medizinisch kann man eine minimalinvasive Chevron/Akin-Osteotomie ohne Probleme bei beiden Füßen in einem Eingriff durchführen. Die Versorgung in voll belastbar und dadurch besteht praktisch keine Gefahr für die postoperative Mobilität. Die beidseitige Versorgung wird von den privaten Krankenkassen auch übernommen.
Die gesetzlichen Krankenkassen erlauben zwar die beidseitige Versorgung jedoch honorieren nur die Operation für einen Fuß. Wenn die Kosten für die Versorgung eines Fußes über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden, darf man nicht beide Füße operieren und den 2. Fuß als IGeL abrechnen.
Die meisten Hallux valgus Operationen werden mit Narkose gemacht. Der Grund ist, dass man bei den meisten eine Blutdruckmanschette am Oberschenkel (Blutleere) angelegt wird. Bei der minimalinvasiven Chevron/Akin-Osteotomie wird diese Manschette nicht verwendet. Aus diesem Grund könnte man die Operation in regionaler Anästhesie (Spinalanästhesie oder sogar Fußblock) durchgeführt werden.
Die meisten Patienten präferieren jedoch eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose). Vorteile sind: keine Schmerzen, man hat die Sicherheit, dass die Anästhesie immer sitzt, man bekommt von der Operation nichts mit, man kann kurz nach dem Aufwachen aufstehen und nach Hause laufen. Leidglich für Patienten mit fortgeschrittenen kardialen oder Atemprobleme würden wir als Mittel der Wahl in örtlicher Betäubung empfehlen.
Ein geübter Operateur kann eine minimalinvasive Hallux valgus Operation in etwa 30 min. durchführen.
Wie oben dargestellt, beim minimalinvasiven Verfahren wird das Gelenk nicht eröffnet und der Knochen wird nicht dargestellt. Es werden lediglich Stichinzisionen für die Durchtrennung des Knochens (med. Osteotomie) und die Verschraubung durchgeführt. Die winzigen Schnitte müssen nicht genäht werden, sondern werden mit sterilen Streifen (SteriStrips) geklebt. Dadurch werden die OP- und Narkosezeiten gespart.
Man kann kurz einer Hallux valgus Operation in den Urlaub fahren, wenn man einen Entspannungsurlaub mit sehr wenig Laufen geplant hat. Die Reise dorthin soll nicht zu lang sein und dabei sollte man die Möglichkeit haben, den Fuß hochzulegen. Fliegen v.A. wäre kontraindiziert.
Nein, dies würde zur Erhöhung der Infektionsrate. Die Rasur des Beines, wenn erforderlich, erfolgt im Aufwachraum, kurz vor der Operation, durch uns.
Wunden aller Art im OP Gebiet erhöhen das Risiko für Infektionen. Wenn Sie sich vor der geplanten Operation am zu operierenden Fuß verletzt haben, sei es eine Schürfung oder Hautverbrennung bitten wir um unverzügliche Meldung bei uns. In manchen Situationen muss die Operation verschoben werden.
Lohnt sich noch in meinem Alter eine Hallux valgus Operation machen zu lassen?Es gibt keine Altersgrenze für die Durchführung der Operation. Kein Patient soll unter Schmerzen leiden. Dies gilt auch für die Älteren mit reduzierten funktionellen Ansprüchen. Da die minimalinvasive Chevron/Akin Osteotomie eine direkt postoperative Vollbelastung erlaubt, wird die Genesung auch von Patienten mit vorbestehenden Gangstörungen gut toleriert.
Ältere Patienten haben oft mehrere Vorerkrankungen und aus diesem Grund machen sich oft Gedanken, ob dadurch Komplikationen auftreten können. Aus chirurgischer Sicht und in das was die Wund- und Knochenheilung angeht, wird im Rahmen der Vorstellung in unserer fußchirurgischen Sprechstunde immer eine Evaluation der Durchblutung durchgeführt. Bei Auffälligkeiten erfolgt immer eine Vorstellung beim Gefäßchirurgen. Patienten mit Diabetes mellitus sollten eine optimale Einstellung der Therapie (Hb1Ac-Wert) nachweisen.
Aus anästhesiologischer Sicht ist eine gute Herz- und Lungenfunktion erforderlich. Hier wird standardmäßig ein EKG angefertigt. Bei Patienten mit Atemnot (bei Belastung oder in Ruhe) wird eine präoperative Untersuchung bei Kardiologen oder Internisten empfohlen.
Die Hallux valgus Operation ist ein elektiver Eingriff. Aus diesem Grund wird es präoperativ einen optimalen gesundheitlichen Zustand angestrebt. Patienten mit noch nicht therapierten Krankheiten werden an die entsprechenden Fachärzte verwiesen und die Operation wird verschoben. Bei nicht verbesserbaren Zuständen und erhebliche Schmerzsymptomatik kann die Hallux valgus Operation trotzdem durchgeführt werden. Hier wird dann eine regionale Anästhesie durchgeführt.
Auch wenn die minimalinvasive Chevron/Akin Osteotomie eine sehr schonende Operation mit einer schnellen Genesung ist, benötigen ältere Patienten danach schon Hilfe und sind auf Angehörige angewiesen. Aus diesem Grund empfehlen wir einen Zeitraum zu planen, wenn Angehörige etwa 8 Wochen lang keinen Urlaub geplant haben und wenn die Arbeitssituation etwas entspannter ist, sodass man sich als „Fahrdienst“ zum OP Zentrum oder Arzttermine frei nehmen kann.
Der OP Termin für die Hallux valgus Operation soll so gewählt werden, sodass die so wenig wie möglich von der Schule fehlen. In den meisten Schulferien werden bei uns keine Operationen durchgeführt, weil wir selbst Schulkinder haben und im Urlaub sind. Wir empfehlen demzufolge die Planung der Operation kurz vor den Ferien, sodass man direkt nach den Ferien zur Schule gehen kann.
Technisch kann man eine Hallux valgus Operation auch bei Kindern machen. Die Erfahrung zeigt, dass die Rückkehrrate nach Hallux valgus Operationen bei wachsenden Kindern deutlich höher als nach Wachstumsabschluß ist. Wir bevorzugen demzufolge die Durchführung der minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie nach etwa 14 Jahre bei Mädchen und 16 Jahren bei Jungs.
Man sollte eine Operation nicht unbedingt abhängig von den Temperaturen machen, sondern von den geplanten Freizeitaktivitäten oder Urlauben. In der Regel wird jedoch der Zeitraum September – März präferiert, um im Sommer wieder gesund zu werden.
Man sollte auch die Vorlaufszeiten im Auge behalten. Man bekommt bei uns einen Termin nach etwa 3-4 Monaten und einen OP Termin nach weiteren 2-3 Monaten. Da bedeutet, ab dem Moment wenn man sich sich in der Sprechstunde zur Planung einer Operation vorzustellen überlegt, bekommt man einen OP Termin in etwa 5-7 Monaten.
Die Hallux valgus Korrektur wird in der Regel erst bei Beschwerden durchgeführt.
Nicht jede Hallux valgus Fehlstellung verursacht Schmerzen und nicht jeder Hallux valgus tut von vorne an weh. Man kennt heutzutage, dass die Fehlstellung mit dem Alter zunimmt. Es gibt Personen, die denen der Hallux valgus sich erst nach dem 30. Lebensjahr entwickelt. Andere bekommen die Fehlstellung schon als Kind.
Bei Beschwerden empfiehlt sich eine Hallux valgus Operation, welche in der Regel durch eine gelenkserhaltende Technik erfolgt. Bei Patienten mit einem sehr ausgeprägten Hallux valgus, würde sich eine Operation auch ohne Beschwerden empfehlen. Hier würde sich mit der Zeit ohne Korrektur eine Arthrose entwickeln, welche Schmerzen verursachen würde und dann würde eine Versteifungsoperation notwendig sein. Hier würde eine minimalinvasive Hallux valgus Operation den Arthroseprozess stoppen.
Laut der aktuellen Literatur liegt die Rezidivrate nach der minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie bei 4%. Dies entspricht auch unserer Erfahrung. Die Rezidivrate ist jedoch deutlich kleiner als bei allen offenen Verfahren.
Medizinisch kann eine minimalinvasive Chevron/Akin Osteotomie problemlos ambulant durchgeführt werden. Voraussetzung für eine ambulante Narkose ist jedoch, dass der Patient in den ersten 24h von einer Begleitperson und überwacht wird und keine schwerwiegende Nebenerkrankungen vorliegen.
Eine kurze stationäre Behandlung (2 Nächte) empfinden die Patienten wegen der Nähe zur medizinischen Pflege sehr angenehm empfunden. Die Kosten für eine stationäre Behandlung werden jedoch nur von den privaten Krankenkassen übernommen.
Ganz ohne Schnitt geht es nicht. Die Schnitte bei der minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie sind winzig klein. Diese müssen nicht mal genäht, sondern können geklebt werden.
Muss ich die Operation machen lassen auch wenn ich keine Schmerzen habe?
Soll ich schon jetzt eine Hallux valgus Operation machen lassen, damit es nicht schlimmer wird?
Soll ich die Operation machen lassen bevor es zu spät ist?Es hängt vom Ausprägungsgrad und von den Beschwerden ab. Es empfiehlt sich eine minimalinvasive Hallux valgus Operation erst bei Beschwerden durchzuführen. Rein aus ästhetischen Gründen sollte man bei einem moderaten Hallux valgus keine Korrektur vornehmen.
Bei sichtbarer beschleunigter Zunahme der Fehlstellung sollte man eine Vorstellung beim Fußchirurgen in Erwägung ziehen.
Ein ausgeprägter Hallux valgus wird mit der Zeit zur Arthrose des Großzehengrundgelenkes (med. Hallux valgus et rigidus) führen. Hier sollte man auch bei fehlender Schmerzen eine Korrektur durchführen lassen.
Nein, bei der minimalinvasiven Chevron/Akin Osteotomie werden zwei kleinen Titanschrauben verwendet. Diese werden von den Detektoren vom Flughafen nicht entdeckt. Man benötigt demzufolge keinen Ausweis dafür.
Ja, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine einseitige Chevron/Akin Osteotomie. Dies ist aber nicht der Fall bei beidseitiger Versorgung.
Die Hallux valgus Fehlstellung ist durch eine angeborene Überbeweglichkeit des Wurzelgelenks (med. TMT I) verursacht. Es besteht demzufolge keine Möglichkeit die Progression der Fehlstellung zu stoppen. Statische Hilfsmittel wie Schuheinlagen, Orthesen, Bandagen oder Zehenspreizer können dieses Ziel nicht erreichen. Fußübungen sind für die allgemeine Fußgesundheit auf jeden Fall hilfreich, jedoch können den Hallux valgus nicht verhindern oder gar korrigieren. Lediglich die Spiraldynamik, einen speziellen krankengymnastischen Therapieansatz, zeigte gute Ergebnisse in der Literatur. Wir haben jedoch keine Erfahrungen einer Korrektur alleine durch diese Therapiemethode.
Wir empfehlen das Tragen von Schuhen mit einem weiten und weichen Zehenraum.
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AUF EINEN BLICK
OP-Zeit:
30 – 40 min
OP beidseits möglich?
Ja
Anästhesie:
Vollnarkose
Eingriffstyp:
ambulant
Belastung:
Vollbelastung
Schuh:
1-2 Wochen
AU:
8 – 10 Wochen
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