Gicht (Arthritis urica)

Gicht (Arthritis urica)

Die Gicht ist eine Stoffwechselstörung mit Ansammlung der Harnsäure im Körper. Durch die Anlagerung der Harnsäurekristalle in den Gelenken wird eine sich eine schwere und sehr schmerzhafte Entzündung verursacht und  es entsteht der Gichtanfall.

Warum entsteht die Gicht?

Die Harnsäure sammelt sich im Körper entweder infolge einer verminderten Ausscheidung (1), einer vermehrten Bildung (2) oder durch Verzehrung von purin-reichen Lebensmittel (3).

1) Verminderte Harnsäuse- Ausscheidung

Eine schwer verminderte Nierenfunktion (chronische Niereninsuffizienz) führt zu einem erhöhten Harnsäurespiegel und letztendlich zur Anlagerung der Kristallen in den Gelenken.

2) Vermehrte Harnsäure-Herstellung

In verschiedenen Krankheiten (z.B. hämolytische Leiden) werden durch vermehrte Zerstörung von körpereigenen Zellen Kernsäuren freigesetzt und diese werden in Harnsäure verwandelt. durch Chemotherapie bei Tumorleiden wird eine große Menge Tumorzellen in kürzer Zeit zerstört und die freigesetzten Kernsäure können einen Gichtanfall verursachen. Mehrere Medikamente führen zur Hyperurikämie: harntreibende Substanzen – Thiazide, Acetylsalicylsäure, körperabwehrhemmende Medikamente wie Cyclosporin A und Tacrolimus, Chemotherapeutika gegen Tuberkulose wie Ethambutol, Pyrazinamid oder ein Standardmedikament bei Schüttellähmung (Parkinson-Krankheit) – L-Dopa

3) Purin-reiche Diät

Die folgenden Lebensmittel beinhalten erhöhten Mengen an Purine und dadurch eine Uratarthropathie verursachen: 

  • Purinreiche tierische Lebensmittel: Innereien, Fleisch, Wurst, Geflügel (vor allem mit Haut), Krustentiere, Ölsardinen und bestimmte Fischarten wie Sardellen oder Hering
  • Bier und Spirituosen. Wein in geringen Mengen (ein Glas pro Tag) ist erlaubt
  • Getränke, Müsliriegel, Joghurt und ­andere Produkte, die mit Fruktose oder Fruktosesirup gesüßt sind
Intraoperative Aufnahme eines Gichttophus
Intraoperative Aufnahme eines Gichttophus am Grundgelenk der kleinen Zehe

Symptome der Gicht (klinisches Bild)

Es bestehen 2 Formen des Leidens: der Gichtanfall und die chronische Gicht.

Der Gichtanfall entsteht plötzlich ohne offensichtlicher Auslöser mit extrem starken Schmerzen, Rötung, Überwärmung eines Gelenkes. Die Schmerzen sind so stark, sodass der Patient nicht mal die Decke an der Haut oder die Berührung der Beinhaare tolleriert.  

Häufig werden Zehengelenk (v.A. das Großzehengrundgelenk), das Sprunggelenk, das Knie und seltener die Schulter oder Ellenbogen betroffen. Die Gicht entsteht immer an einem einzigen Gelenk. Ein unterscheidender Faktor von einer bakteriellen Gelenkentzündung ist die normale Körpertemperatur bei Gicht.

Gichtanfall an der 2. Zehe
Gichtanfall an der 2. Zehe. Akute Entzündungszeichen: Schwellung, Schmerz, Rötung, Überwärmung. Nebenbefundlich Gichtanlagerung (Gichttophus) am Großzehengrundgelenk.

Der Patient passt in den in vorherigem Abschnitt beschriebenen Patientengruppen: Übergewichtig, Alkoholkonsument, Tumorerkrankt oder Niereninsuffizient.

Der Gichtanfall dauert bis zu einer Woche und ist auch ohne Behandlung selbstheilend.

Die chronische Gicht ist durch einen dauerhaft erhöhtem Harnsäure-Blutspiegel und wiederkehrende Gichtanfälle. Die Gichtkristalle sammeln sich in Ablagerungen, die sehr groß werden können. Die rezidivierenden Entzündungen führen zur kompletten Gelenkzerstörung.  

Gichttophi am Fuß bei chronischer gicht
Gichttophi an den Grundgelenken I und V des linken Fußes bei chonischer Gicht. In diesem Fall fehlen die akute Entzündungszeichen.
Gelenkzerstörung bei Gicht
Abbildung der Gelenkzerstörung durch ausgeprägte Kristallanlagerungen (rechts bei chronischer Gicht) im Vergleich zum "normalen Gelenk" (links bei idiopathischer Arthrose).

Welche Untersuchungen führt man bei Gicht durch?

Lediglich das typische im vorherigen Abschnitt beschriebene Beschwerdebild reicht für die Diagnosestellung und Anleitung der Behandlung. Bei unklarer Situation können die folgenden Untersuchungen durchgeführt:

  • Laboruntersuchung

Die Untersuchung der Entzündungsparameter im Blut (CRP, BGS, Leu) ergibt typischerweise in akutem Gichtanfall leicht erhöhte Werte. In der chronischer Gicht sind diese Werte im Normbereich.

  • Röntgen

Man kann die röntgendichten Anlagerungen um die Gelenken herum feststellen.

Wenn destruktive Gelenkveränderungen entstehen, können diese ebenfalls identifiziert werden und deren Ausmaß quantifiziert werden. Man stellt sog. Usuren fest. Diese sind Knochensubstanzverluste infolge der Entzündung.

Röntgen-Aufnahme des Fußes bei Gicht
Uratkristallen-Ansammlung am Großzehengrundgelenk (orange Pfeile). Deutliche Schwellung der zweite Zehe (orange Umfahrung). Zum Vergleich wurde die schlanke, gesunde 4. Zehe mit blau umfahren.

Schichtbild-Verfahren (MRT oder CT)
Diese Untersuchungen sind nicht erforderlich, um die Gicht zu diagnostizieren. Wenn trotzdem durchgeführt, wird die Schwellung im Knochen (med. Knochenödem), die Flüßigkeitansammlung im Subkutangewebe und Gelenk dargestellt.

MRT der Zehe bei Gicht
Intraossäres Odem an der 2. Zehe sowie subkutanes Ödem.

Wie behandelt man die Gicht?

Im akuten Gichtanfall erzielt man die Reduktion der Entzündung. Dafür empfiehlt sich die Verabreichung von entzündungshemmenden Medikamente. Sehr wirksam hat sich das Pflanzengift Colchizin bewiesen. Patienten mit Kontraindikationen für dieses Mittel können mit hoch dosierten Antiphlogistika (z.B. Ibuprofen) therapiert. Die Uratkristalle sind sehr hydrophil, aus diesem Grund empfiehlt sich die Zufuhr größer Flüßigkeitmengen. Allgemeine Maßnahmen wie Kühlung mit Eis, Hochlagerung und Belastungsreduktion sind im Gichtanfall ebenfalls empfohlen. 

Nach Abklingen des Gichtanfalls erzielt man die Reduktion des Harnsäure-Blutwerte. Die purinarme Diät ist die Grundvoraussetzung für eine dauerhafte Gichtfreiheit. Dazu gehört eine lebenslange Therapie mit Harnsäure-ausscheidende Mittel (z.B. Allopurinol).

Große Ansammlungen von Uratkristalle (med. Gichttophi) bereiten dem Patienten durch Reibung mit dem Schuh Probleme. Diese können ausgeräumt werden. Rezidivierende Gelenkentzündungen führen zur kompletten Knorpelzerstörung. In solche Fälle bleibt die operative Versorgung das einzige Mittel für Linderung der Schmerzen. Die betroffenen Gelenke werden entweder Versteift (med. Arthrodese) oder entfernt (med. Resektionsarthroplastik). 

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FUSSCHIRURG
Dr.-medic Manuel Nastai

"Wir Sind sehr glücklich, dass wir Dr. Nastai getroffen haben und von ihm behandelt worden sind. Vom ersten bis zum letzten Tag hat er unser Baby sehr gut behandelt und erfolgreich beendet. Wir vertrauen ihm sehr und sind ihm sehr dankbar. Vielen Lieben Dank Dr. Nastai."

Keklikçi Tugce Ç.

"Ich bin noch ganz frisch operiert, eine Woche. Sehr zufrieden. Schmerzen und Schwellung hoffe ich das die bald verschwunden sind. Hammerzehe (Krallenzehe) adeeee!"

Hilde L.
Komm
in unser Team

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