Anatomie des oberen Sprunggelenks

Anatomie des oberen Sprunggelenks

Das obere Sprunggelenk ist ein der am meisten belasteten Gelenke des menschlichen Körpers. Es ist ein Scharniergelenk und erlaubt Bewegungen des Fußes in der Sagitalebene, sprich die dorsale und die plantare Flexion. Hinter dieser vermeintlich einfachen Funktion verbergt sich eine komplexe Anatomie und Biomechanik.

AUTOR
Dr.-medic Manuel Nastai
Fuß- und Sprunggelenkspezialist

Zertifikat Fußchirurgie D.A.F.
Zertifikat Fußchirurgie G.F.F.C.

Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen, nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand zur Aufklärungszwecke bereitgestellt und dient keiner medizinischen Aufklärung. Er ersetzt keine Vorstellung bei einem Facharzt.

Knöcherne Strukturen und der Knorpel

Das obere Sprunggelenk wird aus dem Schienbein (med. Tibia), dem Wadebein (med. Fibula) und Sprungbein (med. Os talus) gebildet. Das halbzylindrische Sprungbein wird von der sog. Malleolengabel umfasst. Die Malleolengabel wird aus dem unteren Anteil des Schienbeins (med. Pilon tibiale) oben und auf beiden Seiten vom Innen- und Außenknöchel gebildet.

Das Sprungbein ist in ca. 70% der Oberfläche vom Knorpel abgedeckt und bildet die folgenden drei essenziellen Gelenke des Fußes:

  • das obere Sprunggelenk – oben, mit der Malleolengabel 
  • das untere Sprunggelenk – unten, mit dem Fersenbein
  • das Talonavicular-Gelenk – vorne mit dem Kahnbein

Die restlichen 30% dienen dem Ansatz stabilisierenden Bändern und dem Zugang ernährenden Gefäße. Diese Knappheit der Durchblutungsquellen macht das Sprungbein sehr anfällig zu Durchblutungsstörungen infolge der Bandverletzungen. Die daraus resultierende Krankheit, die aseptische Talusnekrose wird gesondert beschrieben. 

Eine gute Funktion ist von den perfekt zu einander passenden Gelenkflächen abhängig. Veränderungen der Gelenkflächen im Sinne von Gelenkstufen infolge Fakturen oder Gelenkinkongruenz bei Gelenkluxationen führen zu einer schnellen Zerstörung des Gelenkes und zur Entwicklung von posttraumatischer Arthrose.

Kapsel-, Bandapparat

Drei wichtige Bandkomplexe stabilisieren das obere Sprunggelenk.

  • Innenseite – das Innenband (med. Ligamentum deltoideum)
  • Außenseite – das Außenbandkomplex
  • die Malleolegabel, die Verbindung zwischen Schien- und Wadebein – die Tibio-fibulare-Syndesmose

Das Innenband (med. Ligamentum deltoideum) streckt sich vom Innenknöchel zur Sprungbein-Innenseite und ist aus zwei Bandbündel gebildet. Dadurch erreichen das Sprungbein wichtige ernährende Blutgefäße.

Das Außenband wird aus drei Bändergebildet.

  • Ligamentum fibulo-talare anterius, LFTA – vom Innenknöchel zur Sprungbeinvorderseite
  • Ligamentum fibulo-calcaneare, LFC – vom Innenknöchel zum Fersenbein
  • Ligamentum fibulo-talare posterius, LFTP – vom Innenknöchel zur Sprungbeinhinterseite

Das Außenband ist deutlich schwächer abgebildet und ist zu Risse während Umknicktraumen am anfälligsten.

Abb.1 Der Sprunggelenk-Außenband-Komplex: a) Ligamentum fibulo-talare anterius, LFTA; b) Ligamentum fibulo-calcaneare, LFC; c) Ligamentum fibulo-talare posterius, LFTP. Fotos übernommen mit freundlicher Genehmigung von Dr. Rajpal Brar [Link]

Die Syndesmose ist ein starkes Bandkomplex, welches das Schien- und Wadebein eng aneinander fixiert. Es erlaubt minimale Drehbewegungen, sowie leichtes Heben und Senken des Wadebeins im Bezug auf das Schienbein. Dadurch verändert sich das Kaliber der Malleolengabel und erlaubt die Bewegung des Sprungbeins. Das Syndesmosenkomplex ist aus drei Strukturen gebildet:

  • Membrana interossea – eine stabile faserige Verbindung, die über der ganzen Länge, bis zum Knie, die beide Unterschenkelknochen verbindet
  • Ligamentum Tibio-fibulare anterius, die vordere Syndesmose
  • Ligamentum tibio-fibulare posterius, die hintere Syndesmose

Risse dieser Strukturen, mit oder ohne Knöchelbrüche führen zur Veränderung der Malleolengabel, dadurch zur Störung der Gelenkausrichtung und unkorrigiert zur Zerstörung des Gelenkes.

Abb.2: Anatomie des tibio-fibulären Syndesmose-Komplexes. a) vordere Syndesmosenband, b) hintere Syndesmosenband, c) Membrana interossea. Fotos übernommen mit freundlicher Genehmigung von Dr. Rajpal Brar [Link]

Muskeln und Sehnen

Über der Gelenkkapsel und den Bändern verlaufen mehrere Sehnen, die den Unterschenkelmuskeln gehören. Dadurch werden die komplexen Bewegungen des Fußes gesteuert. Diese Sehnen verlaufen durch Sehnenkanäle auf allen Seiten des Gelenkes. 

  • Vorne, von innen nach außen: Tibialis anterior, Extensor halucis longus, Extensor digitorum longus , Peroneum tertius
  • Außen, von vorne nach hinten: Peroneum brevis und Perneum longus
  • Hinten, von innen nach außen: Tibialis posterior, Flexor digitorum longus, Flexor hallucis longus, Achillessehne.

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Nerven und Gefäße

Die Sensibilität der Fußhaut und die Funktion der kleinen intrinsischen Fußmuskeln wird über 5 Nerven versorgt: N. peroneus superficialis, N. peroneus profundus, N. suralis, N. tibialis und N. saphenus. 

Die Ernährung des Fußes erfolgt durch 3 Schlagadern: Arteria tibialis anterior, Arteria tibialis posterior und Arteria fibularis.

Der Fußchirurg muss mit dem genauen Verlauf dieser Strukturen in Relation zu den restlichen anatomischen Elementen vertraut sein, um Verletzungen und unangenehme Folgen für den Patienten vermeiden zu können.

Akzessorische Fußknochen

Auch am Sprunggelenk können zusätzliche Fußknochen gefunden werden. Das Os trigonum ist sehr häufig und andere sehr selten. Viele können schmerzen und Muskel/Sehnen-Fehlfunktionen verursachen und eine spezielle Behandlung erfordern.

  • Os trigonum
  • Os subperoneum
  • Os subtibiale
  • Os supranaviculare
  • Os supratalare
  • Sesambeine

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was heißt OSG in der Medizin? Was bedeutet die Abkürzung OSG?

Der Begriff OSG kommt von Oberes SprungGelenk. Viele Menschen wissen nicht, dass es am Fuß auch ein unteres Sprunggelenk (USG) gibt.

Was ist das OSG für ein Gelenk?

Das OSG (oberes Sprunggelenk) verbindet den Fuß mit dem Unterschenkel. Es wird aus Sprungbein (Os talus) und das Untere Ende des Schien- und Wadenbein gebildet. Aus diesem Grund ist auch als Talocrural- oder Tibiotalar-Gelenk bekannt.

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FUSSCHIRURG
Dr.-medic Manuel Nastai
"Wir Sind sehr glücklich, dass wir Dr. Nastai getroffen haben und von ihm behandelt worden sind. Vom ersten bis zum letzten Tag hat er unser Baby sehr gut behandelt und erfolgreich beendet. Wir vertrauen ihm sehr und sind ihm sehr dankbar. Vielen Lieben Dank Dr. Nastai."
Keklikçi Tugce Ç.
"Ich bin noch ganz frisch operiert, eine Woche. Sehr zufrieden. Schmerzen und Schwellung hoffe ich das die bald verschwunden sind. Hammerzehe (Krallenzehe) adeeee!"
Hilde L.
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